Ermittlungen um Frau mit Kopfschuss in Recklinghausen dauern an - Ehemann frei

Die Ermittlungen in Recklinghausen gehen weiter.
Die Ermittlungen in Recklinghausen gehen weiter.
Foto: Tom Thöne
Was wir bereits wissen
Der Gesundheitszustand der 49-jährigen Frau aus Recklinghausen, die am Samstag mit einer lebensgefährlichen Schussverletzung aufgefunden worden ist, hat sich stabilisiert. Ihr Ehemann ist wieder auf freiem Fuß. Angehörige meldeten einen Streit des Ehepaares zweieinhalb Stunden vor der Tat.

Recklinghausen.. Der Zustand der am Samstag in Recklinghausen mit einer Schusswunde im Kopf gefundenen 49-Jährigen hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft stabilisiert. Wie es zu der lebensgefährlichen Verletzung gekommen ist, bleibt weiter unklar. Zunächst hatte die Polizei den 45-jährigen Ehemann festgenommen.

Gegen ihn gibt es nach Auskunft von Staatsanwalt Michael Nogaj keinen dringenden und hinreichenden Tatverdacht. Er sei nach einer Vernehmung „und insbesondere nach seinen Einlassungen“, so Nogaj, am Sonntagnachmittag wieder entlassen worden. Der Mann sei im Polizeiverhör bei seiner Darstellung geblieben, er gehe von Selbstmord aus. Er habe im Arbeitszimmer gesessen, als er einen lauten Knall hörte. Allerdings seien die kriminaltechnischen Untersuchungen auch noch nicht abgeschlossen.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich die 49-jährige Frau in der gemeinsamen Wohnung an der Alten Grenzstraße am Samstag gegen 22.30 Uhr mit einem Revolver in den Kopf geschossen, der ihrem Ehemann gehört. Sie wurde mit lebensgefährlichen Verletzung in ein Krankenhaus eingeliefert und wird, so Nogaj, bis auf Weiteres nicht vernehmungsfähig sein. Ihr Gesundheitszustand hat sich aber mittlerweile stabilisiert.

Ehemann war Mitglied in einem Schützenverein

Konsequenzen könnte für den Ehemann der Umstand haben, dass er für den Revolver offenbar keine Genehmigung besaß. Dagegen besaß er für eine Pistole, die er ebenfalls zu Hause aufbewahrte, eine entsprechende Waffenkarte. Nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist der Mann Mitglied in einem Sportschützenverein gewesen.

Wenige Wochen nachdem ein 51-jähriger Sportschütze aus Recklinghausen seine Ehefrau (47) mit einer Waffe so schwer verletzte, das sie später an den Folgen der Schussverletzung starb, gibt es damit einen weiteren Fall, in dem die häusliche Aufbewahrung von Waffen eine Rolle spielt. Nach Auskunft des Polizeipräsidiums sind im gesamten Kreis Recklinghausen etwa 41.000 legale Waffen im Umlauf. Allein in der Stadt Recklinghausen gibt es 1698 Waffenbesitzer.

Vor der Tat wurde ein Streit bei der Polizei gemeldet

So wie vor einem Monat bei dem Fall auf der Hillerheide sind offenbar auch diesmal Auseinandertsetzungen in der Familie Ursache für die Eskalation. Zweieinhalb Stunden vor dem Anruf des 45-jährigen Mannes war die Polizei am Samstag gegen 20 Uhr zur Wohnung des Ehepaars auf der Alten Grenzstraße gekommen. Die Schwester der Ehefrau hat die Behörden gebeten, dort vorbeizuschauen. Denn: „Die elfjährige Tochter des Ehepaars hielt sich bei der Tante auf“, so Staatsanwalt Michael Nogaj. „Und sie hat ihrer Tante gesagt, Mama und Papa streiten sich wieder.“ Gegenüber der Polizei habe die 49-jährige Frau geäußert, von einem Streit könne keine Rede sein. Im übrigen sei ihr Mann nicht zu Hause. Danach habe es für die Polizeibeamten, so Nogaj, keinen Grund gegeben, weiter zu ermitteln. (mit dpa)