Ein Papagei hält die Stadt auf Trab

Über diese Geschichte spricht zurzeit die ganze Stadt. Jeden Morgen sitzt an der Bernhardstraße ein Graupapagei im Baumwipfel und zwitschert fröhlich vor sich hin. Und nicht nur dort. Ein Paradiesvogel hält die Stadt in Atem. Vom Besitzer fehlt aber jede Spur.

Oer-erkenschwick... Mal wird der Papagei an der Robertstraße gesichtet, dann flattert er im Buschkamp herum. "Bloß wie lange noch? Den Winter wird er mit allergrößter Wahrscheinlichkeit draußen nicht überleben", sagt Tierfreundin Carola Ostgathe (50). Die Oer-Erkenschwickerin macht sich Sorgen. Nicht von ungefähr. Sie hat selber drei Blaukappen-Amazonen zu Hause. Pepe und Gina haben vor vier Monaten Nachwuchs bekommen. Der kleine Feivel ist sehr zutraulich und klettert vor lauter Neugier jedem Besucher gleich auf die Schulter. Das kann man von dem grau gefiederten Freund, der zurzeit vergnügt von Baum zu Baum hüpft, nicht gerade behaupten.

"Diese Papageien sind eigentlich sehr sprachbegabt. Gesprochen hat er aber nicht mit mir, nur gepfiffen", meint Carola Ostgathe. Alle Versuche, den Tropenvogel mit Futter anzulocken, sind bisher gescheitert.

Anwohner haben bereits beim Tierschutzverein Alarm geschlagen. Zweimal war die Feuerwehr inzwischen schon vor Ort und hat versucht, den Ausreißer einzufangen. Ohne Erfolg: Einmal war der Grauling schon wieder weg, das andere Mal hat ihn die Feuerwehr verscheucht. Die Tierfreundin ist mit ihrem Papageien-Latein am Ende. Möglicherweise hört der Vogel nur auf seinen Besitzer.