Die Lutherkirche wird zum Wohnhaus umgebaut

Die Proteste der Bürger hatten Erfolg. Die Lutherkirche bleibt als Wahrzeichen von Hamm stehen. Die Rudimo AG baut sie zum Wohnhaus um.

Marl.. Die Kirche wird das Herzstück einer Bebauung für mehrere Generationen - der Arbeitstitel: "Luther Wohnpark". Realisieren wird das 3,5 Millionen teure Projekt die Rudimo AG. Ihr Vorstandsvorsitzender ist Prof. em. Hubert Schulte Kemper. Viele Marler nennen ihn einfach nur HSK.

Schulte- Kemper, seine beiden Vorstandskollegen, Dr. Kirsten Schulte-Kemper und Wolfgang Quecke sowie Architekt Frank Wieschollek stellten die Pläne für den Umbau der Lutherkirche und die Bebauung des Umfelds im Beisein der Vertreter der evangelischen Stadtkirchengemeinde (esm) vor. "Das passt zu unserer Planung mit dem Lutherhaus", lobte esm-Vorsitzender Roland Wanke. Bekanntlich hatte die esm im Zuge ihrer Umstrukturierung die Lutherkirche als Gotteshaus aufgegeben und den Abriss beschlossen. Gottesdienste und Gemeindearbeit finden jetzt quasi nebenan im Lutherhaus statt. Die esm kooperiert dort mit dem VfL Hüls, der das Lutherhaus betreibt und als Vereinshaus nutzt.

Der Abrissbeschluss für die Lutherkirche hatte in Hamm einen Sturm des Protestes ausgelöst und letztlich auch Schulte-Kemper auf den Plan gerufen. Wenn es irgend möglich ist, werde er den Abriss von Kirchen verhindern, versprach Schulte-Kemper gestern erneut. Der Ortsteil Hamm habe es zudem verdient, "einen neuen Input zu bekommen".

Die Lutherkirche, deren Erscheinungsbild weitestgehend erhalten wird, soll zu einem zweistöckigen Wohnhaus mit neun Wohnungen und einem Veranstaltungsraum umgebaut werden. Die Wohnungen im Erdgeschoss werden barrierefrei. Auf dem Kirchgrundstück, das zum Marktplatz hin und zum Lutherhaus geöffnet wird, sind zudem 19 weitere barrierefreie Eigentumswohnungen geplant, die mehreren Generationen ein Zuhause bieten.
Der Notarvertrag wird in den nächsten Tagen unterschrieben. Laut Schulte-Kemper will die Rudimo AG im August mit der Vermarktung der Wohnungen beginnen. Als Baubeginn ist das Frühjahr des kommenden Jahres angepeilt.

Für Roland Wanke ist die Rudimo nach dem VfL ein weiterer "interessanter Kooperationspartner, um Gemeindearbeit neu zu erfinden". Für Kirchbaumeister Dr. Hartmut Steinbeißer ist damit der vor zehn Jahren begonnene Umstrukturierungsprozess der esm vollendet: Wenn jetzt noch die Christuskirche zum Kolumbarium umgebaut werde, seien "alle Modelle zur Nutzung von Kirche umgesetzt".