Die ersten haben ihre Ablehnung schon

Die ersten Bürger, die sich 2014 mit Widersprüchen gegen die Genehmigung eines Windrades in Frentrop wehrten, haben jetzt die Quittung bekommen. Alle bisher zugestellten Bescheide sind abschlägig - und die Gebührenrechnung liegt auch gleich dabei.

Marl.. Bis zu 500 Euro kann die Kreisverwaltung bei einem Bürger für die Bearbeitung seines Widerspruchs abkassieren. Entscheidend für die Bemessung der jeweiligen Gebühr ist die Frage, "wie umfangreich und tief die Prüfung des Widerspruchs war", erklärt Kreissprecher Jochem Manz auf Nachfrage.

102 Bürger haben 2014 Widerspruch erhoben, 13 von ihnen gingen jetzt Bescheide aus dem Kreishaus zu. Laut Manz hat die Behörde bisher den gesetzlichen Spielraum nicht ausgeschöpft: "75 bis 200 Euro" hat der Kreis den Bürgern bisher je Bescheid in Rechnung gestellt. In den nächsten Tagen und Wochen will der Kreis die weiteren Verfahren abarbeiten.

Besonders umstritten war und ist die Frage, in welcher Entfernung ein fast 200 Meter hohes Windrad als "optisch bedrängend" wirken kann. Fachleute sehen den Bereich mit dreifacher Nabenhöhe rund um das Windrad als kritisch an. Manz: "Es gibt aber landesweit keine Regelung, die einen Mindestabstand vorschreibt." Bei Häusern, die im kritischen Bereich liegen, ist aber laut Manz eine "vertiefte Einzelfall-Betrachtung" unumgänglich. Sie ist abgeschlossen. Drei Haushalte aus zwei Häusern in großer Windradnähe haben Widersprüche erhoben. Sie alle sind, so der Kreissprecher, mittlerweile beschieden, und zwar abschlägig, so wie alle anderen bisher zugestellten Bescheide.

Dabei machten die meisten Bürger Bedenken geltend, die schon Gegenstand des Genehmigungsverfahrens gewesen waren, etwa mit Blick auf Lärm und möglichen Infraschall (sehr tiefe Töne, die nicht hörbar, aber spürbar sind). Manz: Diese Argumente wurden ja schon geprüft. Wenn über das Widerspruchsverfahren neue Hinweise und neue Sachverhalte bekannt werden, müssen wir dem nachgehen."

Einer der Bürger, die jetzt einen ablehnenden Bescheid bekommen haben, ist Magnus Kranenberg. "Lapidar" findet er die siebenseitige Begründung aus dem Kreishaus. 100 Euro muss Kranenberg für die Bearbeitung seines Widerspruchs bezahlen. Nun kann er wie alle Bürger mit Ablehnungsbescheid Klage erheben, ist sich aber noch unsicher, ob er das tun. Eines aber ist sicher: Er will jetzt seine "Vitalparameter"(Blutdruck, Puls etc.) dokumentieren und beobachten, ob sie sich nach Inbetriebnahme des Windrades verschlechtern.