Der Turm für die Pyrotechniker

Das sind die Reste des Turms, aufgenommen am gestrigen Donnerstag, die gesprengt werden sollen.
Das sind die Reste des Turms, aufgenommen am gestrigen Donnerstag, die gesprengt werden sollen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vor kurzem teilte mfi mit, dass der Löhrhof-Abriss im Soll liege. Nun sind es fünf Wochen Zeitverzug, die durch eine Sprengung aufgeholt werden sollen.

Recklinghausen..  Noch vor einer Woche teilte der Arcaden-Entwickler mfi auf WAZ-Anfrage mit, dass die Abrissarbeiten am alten Löhrhof-Center im Zeitplan liegen. Selbst nachdem der 60 Meter hohe Baukran am 6. Juni umgestürzt war, ein neuer angemietet werden musste, hieß es von Projektmanager Francisco Morillo, dass es keine Verzögerungen geben würde, weil nun das Gelände des ehemaligen Parkplatzes intensiver bearbeitet werden könne. Nun soll genau dieser Unfall dazu geführt haben, dass die Baumaßnahme um rund fünf Wochen in Zeitverzug geraten sei.

So soll die Sprengung der Hochhausreste diesen Zeitverzug kompensieren. mfi-Sprecher Thorsten Müller: „Eine Sprengung wurde meines Wissens von Baumanager Andreas Bröskamp schon zu Abrissbeginn in Erwägung gezogen.“

Diese Erwägung wird nun am Sonntag, 12. August, um 10.30 Uhr umgesetzt. Mit 35 Kilogramm gelatinösem Sprengstoff, verteilt auf 250 Sprengbohrlöcher, soll ein Schlussstrich unter die Abrissarbeiten des ehemaligen Löhrhof-Centers und des unmittelbar benachbarten Hochhauses gezogen werden.

Die Sprengung des 53 Meter hohen, 10 Meter breiten, 15 Meter langen und 4600 Tonnen schweren Hauskerns wird die renommierte Thüringer Sprenggesellschaft mbH (TSG) übernehmen, die in den letzten Jahren allein in NRW für zahlreiche Großsprengungen verantwortlich zeichnete. Dazu gehörten unter anderem das Wohnhochhaus Goliath in Marl oder das Hochhaus der Volkswohl Bund Versicherung in Dortmund.

Arcaden-Entwickler mfi hat gemeinsam mit dem Sprengunternehmen und in Abstimmung mit den Ämtern der Stadt und der Polizei den Ablauf für die Sprengung, die nach etwa. einer halben Stunde mit allen Auswirkungen beendet sein wird, festgelegt. Absperrungen und Gebäude-Evakuierungen im Baustellenumfeld, die eine halbe Stunde vor dem Zündtermin erfolgt sein müssen und insgesamt in etwa eine Stunde in Anspruch nehmen, wurden festgelegt. So wird es einen zwischen 75 und 150 Metern großen Sperrbereich um das Gebäude geben. „An der endgültigen Feinabstimmung wird zurzeit noch mit Stadt, Polizei und Feuerwehr gearbeitet“, so Thorsten Müller. Die konkreten Ergebnisse werden dann bei der Anwohner-Informationsveranstaltung am 2. August im Rathaus vorgestellt.

Nachdem sich der Staub am 12. August gelegt hat, wird das Unternehmen GL-Abbruch GmbH Esslingen die Reste entsorgen.

Bürgermeister Wolfgang Pantförder wird das Zündkommando geben und damit in punkto Löhrhof-Vergangenheit einen symbolischen Schlussstrich ziehen.