Das Ringen um die Sporthallen

Die Hängepartien um die Sporthallen Ahsen und Horneburg wird die betroffenen Vereine und Gruppen voraussichtlich bis weit ins Jahr 2015 hinein beschäftigen. Während Horneburger Klubs ihre Halle weiterhin nicht nutzen dürfen, setzt Borussia Ahsen durch neue Breitensportangebote Zeichen.

Datteln.. Kinderturnen, Gymnastik, demnächst Qigong... der Dorfklub stellt sich breiter auf und trifft offenbar den Geschmack der Ahsener. Man will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, erklärt Gruppenleiterin Birgit Peters. In erster Linie will man Kurse anbieten, die im Dorf gefragt sind.

Und dazu gehört neben Sport für die Kleinsten gesundheitsorientiertes Training für Erwachsene. "Wir wollen so auch die Halle füllen. Der Verein bemüht sich, sie bestmöglich zu nutzen", sagt Peters. Die Rechnung ist plausibel: Ist die Halle gut gebucht, wird es der Stadt schwer gemacht, sie aus Kostengründen zu schließen und abzureißen. "Nachmittags und abends ist die Halle fast komplett belegt", sagt Birgit Peters.

Wie berichtet, arbeitet die Verwaltung an einem Sportflächennutzungskonzept, das "im Laufe des Jahres" fertig werden soll, sagt Stadtsprecher Dirk Lehmanski. Dann muss der Stadtrat entscheiden, was mit den beiden Hallen passiert, von denen sich die Verwaltung aus Kostengründen trennen wollte, um laufende Kosten loszuwerden. Der Widerstand der Sportler gegen die Hallenschließungen war und ist groß in Ahsen und Horneburg.

Der SV Horneburg hatte der Stadt vor Wochen ein Konzept vorgelegt, das die Übernahme von Unterhaltungskosten beinhaltet. Auch Unterschriftensammlungen gab es (wir berichteten). Die Bearbeitung des Horneburger Vorschlags liegt im Rathaus auf Eis. Erst will man das Sportstättennutzungskonzept abwarten, sagt Lehmanski. "Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht befriedigend ist für die Vereine. Aber wir können diese Halle nicht aus dem Konzept herausnehmen."

Die Halle Horneburg ist wegen eines Dachschadens seit über einem Jahr gesperrt. Vor einer Renovierung will die Stadt die Zukunft der Halle geklärt wissen. Vereine klagen über Mitgliederschwund.

In Ahsen sieht’s da erheblich besser aus. Beim Kleinkinderturnen am Montag tummelten sich jetzt 20 Knirpse samt Muttis und Omis in der kleinen Halle. Ein gewichtiges Argument zum Erhalt, findet Birgit Peters.

Ungeklärt ist auch, was mit der seit letzten Sommer geschlossenen Grundschule passiert. "Wir haben mehrere Anfragen für eine privatwirtschaftliche Nutzung", sagt Stadtsprecher Lehmanski. Wie lange die Prüfung dauern soll, sagt er nicht.

Von Nachnutzung des Gebäudes bis Abriss und Vermarktung des Geländes als Bauland sei alles drin. In diesem Fall droht der kleinen Halle neue Gefahr. Denn bei Abriss der Schule könnte auch die Halle für neue Wohnhäuser weichen müssen.