CDU lässt beim Thema Bücherei nicht locker

Beim Thema Bücherei festigen sich die unterschiedlichen Meinungen. Die Grünen unterstreichen das steigende Interesse an Ausleihen, die CDU sieht weiterhin den geplanten Bücherei-Anbau an der Ziegeleistraße sehr kritisch.

Waltrop.. Ingrid Täger,Grünen-Ratsfrau und ehrenamtliche Bücherei-Mitarbeiterin, sagt, das Interesse an Ausleihen an der Gesamtschule sei inzwischen so groß, dass man mit der Besetzung mit einer ehrenamtlichen und einer Verwaltungskraft nicht mehr auskomme, sondern die Mitarbeit eines zweiten Ehrenamtlichen erforderlich sei. Außerdem werde aufgrund der großen Nachfrage ein zweiter Computer angeschafft.

"Plan nicht ändern"

Unterdessen sieht die CDU das Thema Bücherei-Anbau an der Ziegeleistraße weiterhin kritisch. Während die SPD auf den Ratsbeschluss verweist, an dem Plan nichts zu ändern, will die CDU versuchen, eine neue Mehrheit gegen die aus ihrer Sicht zu teure und so nicht benötigte Bücherei zu organisieren.

Veranschlagte Kosten

Zur Erinnerung: Eine neue Bücherei an der Ziegeleistraße würde nicht etwa die Stadt die immer wieder genannten 800 000 Euro kosten. Das sind die veranschlagten Kosten für den Anbau insgesamt, zudem läge der Eigenanteil der Stadt bei 20 Prozent. Eugen Holtkamp, Grünen-Mitglied und Bücherei-Ehrenamtlicher, nennt einen Betrag von 80 000 Euro, der bei der Stadt für die Bücherei verbliebe.

Bezirksregierung einverstanden?

Dennoch fragt CDU-Fraktionschef Vortmann, ob denn wohl die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde mit dieser Investition einverstanden sei, wo doch die Stadt gehalten sei, Einnahmen, etwa aus dem Verkauf der Immobilie am Markt, in die Schuldentilgung zu stecken. "Einen Ratsbeschluss kann man jedenfalls durch einen neuen, anderslautenden außer Kraft setzen, sagt Vortmann. Die FDP, die sich jüngst mit einer Umfrage zu diesem Thema hervortat, haben die Christdemokraten bereits auf ihrer Seite. Beide Parteien sagen, die Anmietung eines Ladenlokals in der Innenstadt sei günstiger und trage zudem zur Belebung der Stadt bei.
Am Samstag, 25. April, von 9 bis 13 Uhr, werden noch einmal Restbestände in der ehemaligen Bücherei am Markt verkauft. Wenn es nach Ingrid Täger geht, die gelernte Buchhändlerin ist, soll auch danach kein Buch weggeworfen werden müssen. Romane, Lexika und Co., die dann noch nicht an den Mann oder die Frau gebracht wurden, könnten noch an einem Stand am Kiepenkerl angeboten werden. Und auch am neuen Bücherei-Standort könnten noch ausgemusterte Bestände verkauft werden.