Busbegleiter geben Auskünfte und sorgen für Ordnung

In den Bussen der Vestischen sind ab September zehn Busbegleiter unterwegs.
In den Bussen der Vestischen sind ab September zehn Busbegleiter unterwegs.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ab September sollen zehn Busbegleiter in den Bussen der Vestischen Serviceleistungen anbieten. Bislang läuft das Auswahlverfahren. Alle künftigen Busbegleiter sind heute noch langzeitarbeitslos. Ihnen soll die Beschäftigung eine neue Perspektive bieten.

Kreis Recklinghausen..  Früher nannte man sie Schaffner. Heute sollen „Busbegleiter“ für ein gutes Gefühl auf den Linien der Vestischen sorgen. Am 1. September werden zehn Männer und Frauen ihren Dienst antreten.

Profitieren sollen Fahrgäste und Mitarbeiter gleichermaßen. Denn die zehn Busbegleiter werden vor ihrer Einstellung beim Nahverkehrsunternehmen eine längere Zeit arbeitslos gewesen sein. Aktuell sind sie Kunden des Jobcenters Kreis Recklinghausen und leben von Hartz IV. Mittelfristig wird man sie möglicherweise als Busfahrer wiedersehen. „An Fahrpersonal haben wir immer Bedarf“, sagt Reimund Kreutzberg, Sprecher der Vestischen.

Leben ohne Unterstützung

Der Busführerschein ist die Option auf ein Leben ohne staatliche Unterstützung. Als Busbegleiter werden die Männer und Frauen hingegen nicht länger als ein Jahr tätig sein können. Nicht, weil sie in dieser Funktion nicht gut gebraucht werden könnten. Im Gegenteil. „Aber die Busbegleiter übernehmen Serviceleistungen, die sich die Vestische finanziell nicht leisten kann“, gibt Firmensprecher Kreutzberg zu bedenken. Das Hertener Verkehrsunternehmen fährt jedes Jahr Millionendefizite ein. Extratouren sind da nicht drin.

Auskünfte, Ordnung und Sicherheit

Gleichwohl werden Fahrgäste den Service zu schätzen wissen. Denn Busbegleiter leisten Hilfestellung beim Ein- und Ausstieg, erteilen Fahrplanauskünfte, achten auf Ordnung und Sauberkeit. Dabei werden sie rund 1800 Euro brutto verdienen – Tariflohn. Das Gehalt übernimmt zu 75 Prozent das Jobcenter; allerdings nur für die einjährige Laufzeit der Maßnahme. Auch den Busführerschein würde die Hartz-IV-Behörde bezahlen, wenn die Teilnehmer sich bewährt haben.

Aktuell ist das Jobcenter dabei, Kandidaten für die Maßnahme auszuwählen. Die Anforderungen sind nicht gering. Das äußere Erscheinungsbild muss stimmen, Kommunikationsfähigkeit vorhanden sein, erläutert Patrick Hundt, Fachdienstleiter Markt und Integration des Jobcenters Kreis Recklinghausen.

Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Die Teilnehmer müssen etwa ein Deeskalationstraining durchlaufen. Selbst wenn sich die Busbegleiter nicht zum Fahrer qualifizieren lassen wollen oder können, setzt das Jobcenter darauf, dass die Teilnehmer sich soviel Kompetenzen angeeignet haben, dass sie ihre Chancen für den ersten Arbeitsmarkt verbessert haben. Hundt: „Wenn die Maßnahme gut läuft, werden wir sie im nächsten Jahr ausweiten.“