Bürger erwarten Offenheit von Saria

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Marler haben Nase voll (MHNV) sind nach wie vor enttäuscht von der mangelnden Offenheit des Unternehmens Saria gegenüber den Marler Bürgern.

Marl.. So sei die Bitte um eine Informationsveranstaltung über die geplante zweite Verarbeitungslinie für Schlachtabfälle bei der Firma KFU abgelehnt worden. Auch habe die Initiative den Geschäftsführer der KFU und den Saria-Pressesprecher zum offenen Infostammtisch eingeladen. Bis heute sei dieses Angebot leider noch nicht genutzt worden.
Dietmar Müller-Bonner von der Anwohnerinitiative: "Wir hatten das Unternehmen direkt nach Veröffentlichung des Genehmigungsbescheids um eine Informationsveranstaltung gebeten, weil viele Betroffene aus erster Hand wissen wollen, was jetzt genau passiert, wann es los geht und wie wir Bürger gegen Lärm und zunehmenden Verkehr geschützt werden sollen." Das habe Saria-Pressesprecher Marcel Derichs aus zeitlichen und finanziellen Gründen abgelehnt und erklärt, Saria habe im Vorfeld genug informiert.

Verunsicherung

Viele Menschen seien aber verunsichert und glaubten, die Genehmigung der Produktionserweiterung sei schon die Genehmigung für die umstrittene Erweiterung des Firmengeländes im Landschaftssschutzgebiet, ergänzt Ralf Neumann, Mitglied der MHNV. Das habe aber nichts miteinander zu tun.

Ludger Vortmann von der Bürgerinitiative: "Wir halten es für schade und falsch, dass das Unternehmen nicht mit der Marler Öffentlichkeit direkt sprechen möchte. Dabei war unser letztes Treffen mit Saria-Verantwortlichen am Standort ein gutes, offenes Gespräch. Ich hatte das Gefühl, dass das Eis taut."

"Frentroper Mauerbau"

Der bisherige Umgang mit Anwohnerbeschwerden seitens der Behörden wurde der Bürgerinitiative von Anwohnern als teilweise "hochnäsig", "unverschämt" und "unverantwortlich" geschildert. So wurden z.B. über Monate die Lärmbeschwerden von Bürgern als haltlos abgetan, Anwohner, die Missstände meldeten, von Politikern zum Teil öffentlich als Nörgler- und Querulanten diffamiert.

Nach Ansicht von MHNV würden diese Entscheidungsträger jetzt von der Realität eingeholt, da sich in Frentrop durch den Bau einer vier Meter hohen Lärmschutzwand zeige, dass der zusätzlich befürchtete Lärm anders nicht mehr in den Griff zu bekommen sei. Vortmann: "Für uns ist der ‚Frentroper Mauerbau‘ ein Symbol für falsche Politik."