Blühende Oase längs der Emscher

Recklinghausen..  Über lange Jahre war die Idee von einer Landesgartenschau in oder um Recklinghausen nur ein Traum, der jetzt jedoch von der Realität mit einer verblüffenden Rasanz überholt wird. Wenn der Rat am 11. August in einer außerordentlichen Sitzung einer Bewerbung zustimmt und die Lokalpolitik in Castrop-Rauxel, Herne und Herten diesem Beispiel folgt, dann könnte bereits im Oktober der Zuschlag erfolgen. „Emscherland“ ist machbar – und zwar bereits im Jahr 2020.

Bis zum 1. September muss die Bewerbung beim Ministerium eingegangen sein. Schon im Oktober wird sich eine unabhängige Jury vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten machen (auch Kamp-Lintfort und Bad Honnef sind noch im Rennen), ehe es kurzfristig zu einer Entscheidung kommt.

Gestern wurde den Vertretern der vier beteiligten Städte auf neutralem Boden im Klärwerk Bottrop die von der Emschergenossenschaft in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vorgestellt. Dass diese es allemal für möglich hält, eine Landesgartenschau an dem 18 km langen Teilstück der renaturierten Emscher durchzuführen, hatte diese Zeitung bereits berichtet. Neu ist jedoch die Einsicht, dass Recklinghausen dabei eine ganz zentrale Rolle spielen wird, da auch die 24 Hektar große Kernfläche im Stadtgebiet liegen soll. Und zwar am östlichen Stadtende, noch hinter der Brandheide.

Doch Recklinghausen ist nicht nur mittendrin, sondern auch fast überall dabei: Bei der Konzeption von „Emscherland 2020“ wurden drei große Entwicklungsräume erarbeitet, die sich wie folgt gliedern: RE/Castrop-Rauxel: „Wasser – Landschaft mit Bauerngärten“, Herne/RE: „Übergänge – Transformation mit Stadtgärten“, Herten/Herne: „Wege zum Wasser mit Industriegärten“.

Das Leitbild soll die Vision sein, den 18 km langen Emscherabschnitt als „Blau-Grünes Band“ zu entwickeln. Im Idealfall soll bis 2027, wenn die Internationale Gartenbau-Ausstellung ins Revier kommen soll, auf den 85 km der Emscher eine Art interkommunaler „Central Park“ entstehen.

Die Gartenschau soll von „Emscher-Balkonen“, die einen Perspektivwechsel ermöglichen, von „Emscher-Bäumen“ und „Emscher-Blüten“ geprägt sein, und mit „Emscher-Touren“ soll bei den Menschen das Bewusstsein für die besonderen Orte dieser Region geschärft werden. Was in dieser Phase noch nach abstrakter Absicht klingt, soll in Recklinghausen einen konkreten Nutzwert haben: Die Emscher soll wieder als Gewässer dienen, an dessen Ufer man plantschen und genießen kann.