Biomüll trennen und dabei Gebühren sparen

Seit Anfang des Jahres gilt die gesetzliche Pflicht, Bioabfall getrennt zu sammeln. Doch die Stadt Marl wird ihre Bürger nicht dazu zwingen, Bananen- und Möhrenschalen vom Restmüll auszusortieren. Schon seit 19 Jahren gibt es die Braune Tonne in Marl - und die Stadt hat gute Erfahrungen mit der freiwilligen Abfalltrennung gemacht.

Marl.. Schon jetzt sammeln und trennen etwa vier von fünf Marlern Biomüll - und zwar zum größten Teil vorbildlich. Das berichtet Udo Vadder, Abteilungsleiter im Zentralen Betriebshof: "Die Qualität des angelieferten Bio-Materials ist gut. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem freiwilligen Prinzip gemacht." Udo Vadder glaubt nicht, dass man undisziplinierte Einwohner zum konsequenten Müllsammeln zwingen kann: "Wenn sie schon bei den gelben Tonnen falsch trennen, dann hat das keinen Sinn."

Besser ist der umgekehrte Weg. Disziplin wird belohnt: Wer in Marl konsequent Müll trennt und Bioabfall sammelt, spart Geld. Dann nämlich, wenn weniger Restmüll übrig bleibt und der Bürger mit der kleineren, billigeren Restmülltonne auskommt.

Bereits vor 19 Jahren hat Marl die Biotonne eingeführt, erinnert sich Udo Vadder. Zunächst waren 5000 Tonnen im Umlauf. Heute sind es 16 000. 80 Prozent der Grundstücke in Marl werden beliefert.

Anruf genügt

Ein Anruf beim Zentralen Betriebshof genügt, Telefon 99 54 -22, schon kommt die Braune Tonne - und zwar kostenlos. Nur wenn sie größer sein soll als die übliche 120-Liter-Restmülltonne, müssen die Bürger sie schriftlich beantragen und einen Gebührenaufschlag zahlen.

Rund 7000 Tonnen Bioabfall pro Jahr werden jährlich in Marl gesammelt und zur Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland in Borken gebracht. Ein gutes Ergebnis für die Stadt und ihre Bürger. Zum Vergleich: In der weitaus größeren Nachbarstadt Recklinghausen kommen nur 155 Tonnen mehr zusammen.