Bewährungsstrafe für Helfer-Duo im Beil-Überfall

Es war eines der brutalsten Waltroper Verbrechen der letzten Jahre: Im Juni 2012 wurde ein Hausbesitzer (32) unweit vom Zechenwald nachts von vier bis heute unbekannten Tätern mit Knüppeln malträtiert, einem Beil bedroht und ausgeraubt. Am Mittwoch wurden zwei Helfer des Beil-Überfalls verurteilt.

Waltrop.. Die 13. Strafkammer des Bochumer Landgerichts verhängte gegen einen 30-jährigen Waltroper, der zugegeben hatte, die Täter in der fraglichen Nacht zum Tatort chauffiert zu haben, die maximale Bewährungshaftstrafe von zwei Jahren. Die Tippgeberin und Türöffnerin für den brutalen Raubzug kassierte ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Beide müssen jetzt jeweils 100 soziale Arbeitsstunden ableisten. Die Urteile lauten auf Beihilfe zum schweren Raub.

Traumatisiertes Opfer

Parallel sprachen die Richter dem bis heute immer noch traumatisierten Opfer ("Ich hatte Todesangst") ein Schmerzensgeld von 5 000 Euro zu. Die Verurteilten müssen diese Summe in Monatsraten von je 25 Euro bezahlen. Tun sie das nicht, riskieren sie einen Widerruf der Bewährung.
Die Richter stützten ihre Urteile im Wesentlichen auf die Angaben der Angeklagten. Ob der 30-jährige Waltroper - wie der Hausbesitzer zuletzt im Prozess behauptet hatte ("Er war dabei") - nicht nur Gehilfe, sondern tatsächlich einer der agierenden "Beil-Täter" war, konnten die Richter letztlich nicht sicher aufklären.

Männer stürmten das Haus

Das spätere Opfer hatte am 18. Juni 2012 mit Freunden ein Fußballspiel im TV angesehen. Um kurz nach Mitternacht stürmten mehrere Männer in sein Haus, prügelten mit Holzknüppeln auf ihn ein, hielten ihm ein Beil ans Bein und drohten: Geld her oder Bein ab. Fakt ist: Die verurteilte Frau war bis zur Tatnacht eine "gute Freundin" des Hausbesitzers. Sie wusste nicht nur von einem lukrativen Lottogewinn. Als Spielhallenaufsicht hatte sie dem 32-Jährigen auch mehrmals üppige Gewinne ausgezahlt.

SMS-Kontakt zum Angeklagten

Am Tatabend hatte sie sich gezielt in die TV-Runde eingeschleust, stand in ständigem SMS-Kontakt zu dem Mitangeklagten. Kurz vor Beginn des "Beil-Coups" öffnete sie die Tür. Dadurch, dass sie zusammen mit den Tätern, die 500 Euro erbeuteten, floh, brachte sie die Ermittler auf ihre Spur. Über ihre Handydaten geriet dann auch der 30-Jährige ins Visier. Die Namen der Haupttäter verrieten die Verurteilten im Prozess nicht.