Besuch im Bunker

Am Tag des offenen Denkmals hat der Museumsbunker am Dattelner Mühlenbach wieder zahlreiche Besucher angelockt.

Datteln... Die standen zwar nicht Schlange bis zur Heibeckstraße wie beim Museumstag vor zwei Jahren. Aber dennoch kamen über den Tag verteilt gut 200 Besucher. Und immer wieder hörten die Kumpel den verwundert-begeisterten Ausspruch: "Dass es so etwas bei uns gibt…"

Zu den Besuchern zählte Familie Karmann aus Datteln. Dominik (7) fand‘s spannend in den 12 Grad kühlen Gängen unter Tage. "Hier gibt es so viel zu sehen", staunt er. Auch seiner großen Schwester Jacqueline hat‘s gefallen. Nur eines nicht. "Das Klo ist eklig!" Die Toilette aus Kriegstagen haben die Museumsmacher so gelassen, wie sie sie vorgefunden haben. Oma Bärbel (70) hat als Kind oft in der Nähe gespielt. Damals war der Bunker nicht zugemauert und auch nicht abgeschlossen. Hineingegangen ist sie aber nicht. "Da hätten meine Eltern mir was erzählt…" Ihren Premierenbesuch fand sie "beeindruckend".

Seit eine Gruppe Ex-Bergmänner 2010 die jahrzehntelang zugemauerten Bunkereingänge aufgemeißelt hat, ist viel passiert. Längst gibt es wieder Licht und im hinteren Teil mittlerweile ein kleines Bergbaumuseum. Geblieben ist die beklemmende Atmosphäre in den engen Gängen, die einen Eindruck vermittelt, wie es damals gewesen sein muss, als hier Hunderte Dattelner bei Bombenangriffen um ihr Leben zitterten.
Besuchszeit im Bunker (Zugang ab Heibeckstraße): dienstags und donnerstags, 13-17 Uhr