Bagger kommen im Herbst

Seit 30. Dezember ist die Stadt im Besitz der rund 14 Hektar großen Ruhr-Zink-Brache. Äußerlich ist auf dem Gelände noch nichts passiert. Aber hinter den Kulissen wird intensiv gearbeitet. Erstes greifbares Ergebnis: Die Burmeier Ingenieurgesellschaft (BIG) hat den Zuschlag als Projektsteuerer erhalten.

Datteln.. Das teilten Geschäftsführung und Aufsichtsrat der stadteigenen Entwicklungsgesellschaft Süd mit. Das Auftragsvolumen beträgt 500 000 Euro, Burmeier wird die Entwicklung der kontaminierten Fläche zum neuen Gewerbegebiet einschließlich das späteren Umweltmonitorings für die kommenden fünf Jahre überwachen.

Angesichts des Auftragsvolumens musste europaweit ausgeschrieben werden - Premiere für das Dattelner Rathaus. 13 Unternehmen hatten sich beworben, fünf kamen in die engere Auswahl. Und BIG habe mit Abstand die Konkurrenz hinter sich gelassen, sagt Dirk Franke, mit Jasmin König Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Süd.

Einer der Pluspunkte von BIG sei die geplante intensive Öffentlichkeitsarbeit rund um die Sanierung der Industriebrache, so Franke weiter. Es sei zwingend geboten, die Bürger mitzunehmen und auf dem Laufenden zu halten.

Vor allem, wenn es auf dem Ruhr-Zink-Areal zur Sache geht. Mit dem Anrücken der Bagger rechnet man im vierten Quartal. Dann wird es laut und staubig, denn Ruhr-Zink hatte nur bis zur Bodenplatte abgerissen. Jetzt müssen alte Fundamente, Bodenplatten, Tiefbunker und Kanalrohre aus dem Boden geholt werden - bis zu einer durchschnittlichen Tief von 1,50 Metern, damit hier künftige Betriebe problemlos und störungsfrei ihre Gebäude errichten können.

Diese Abrissarbeiten werden rund neun Monate dauern. Parallel dazu wird etwa in einem Jahr damit begonnen, auf knapp einem Drittel der Fläche eine Dichtwand zu ziehen. Hier wird bis zu einer Tiefe von 18 Metern eine Betonwand aus einer Ton-Zement-Suspension gegossen. Die soll verhindern, dass Grundwasser in die belasteten Bereiche vordringt und die im Boden liegenden Umweltgifte - vor allem Cadmium und Zink -herausspült.

In zwei Jahren soll das Gelände erschlossen angeboten werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass schon vorher die nicht belasteten Bereiche zur Walter-Sauer-Straße, für die schon Baurecht gilt, vermarktet werden können. Laut Dirk Franke kommen bereits jetzt jede Woche Anfragen von Unternehmen im Rathaus an, darunter auch Firmen mit einem Flächenwunsch von mehreren Tausend Quadratmetern.
Platz für 30 Firmen
- Ende 2008 hat die Ruhr-Zink-Mutter GEA die Zinkhütte stillgelegt. Knapp 240 Mitarbeiter verloren damals ihren Job.
- Zum Jahreswechsel 2014/2015 ging das kontaminierte Areal nach Altlastenuntersuchungen in den Besitz der Stadt über. Ruhr-Zink zahlte für die Sanierung eine Summe von rund 15 Mio. Euro. Die werden je nach Sanierungsfortschritt an die Stadt überwiesen. Kritiker sehen das Risiko, dass die Summe nicht ausreichen könnte, wenn man im Boden auf böse Überraschungen trifft. Das Risiko liegt nun bei der Stadt.
- Von den knapp 14 Hektar beträgt die Nettobaulandfläche rund 130 000 Quadratmeter - Platz für rund 30 Firmen.