Ateliergemeinschaft öffnet ihre kreativen Kojen

Die Ateliergemeinschaft in der alten Kaue der ehemaligen Zeche König Ludwig 1/2 legt am Samstag, 20. Juni, eine ExtraSchicht ein. Die zwölf Künstler öffnen ihre Kojen und laden zu einer Werkschau ein. Ab 18 Uhr haben Besucher Gelegenheit, durch die Halle nach Kunst für die eigenen vier Wände zu stöbern.

Recklinghausen.. Der Marler Stefan Marko fertigt gegen einen kleinen Obolus Schnellporträts an und Heidrun Mottyll lässt sich bei der Fertigung von Schmuck und Objekten aus Meeresfundstücken über die Schulter schauen.

Da wo die Schicht der Bergleute anfing und endete, führt seit einigen Jahren die bildende Kunst Regie. An der Decke erinnern die Kauenhaken an das erste Leben der Industriehalle. Alle Bewohner - egal ob Neuling, erfahrener Künstler oder Design-Profi - schätzen ihr kleines kreatives Reich, aber auch den Austausch und die Bildbesprechungen in der Gruppe.

Brigitte Palme und Barbara Kehlenbach sind nach einem Workshop bei Kojen-Nachbarin Irina Scholz "hängen geblieben". Beide Neulinge genießen ihre Studien in experimenteller Malerei, arbeiten ein bis zwei Mal pro Woche in der Kaue. "Hier haben wir endlich Platz, uns richtig zu entfalten. Und nebenbei bekommt man jede Menge Tipps von den erfahrenen Kojen-Nachbarn." Die saugen auch der Recklinghäuser Norbert Heise und Konni Bredenbröker aus Herne auf.

Um das große Thema "Meeresimpressionen" geht es nebenan: Heidrun Mottyll, Kauen-Bewohnerin der ersten Stunde, stellt neue Mischtechnik-Leinwände vor. Rainer Lange aus Herten ist mit der Fotokamera am Meer auf Motivsuche gegangen. Außerdem zeigt der Hertener Leinwände und Fotos seiner verstorbenen Ehefrau Birgit.
Da ihre figurativen Arbeiten in einer Ausstellung sind, hängen in der Koje von Irena Scholz aktuell nur abstrakte Bilder, darunter eine ganze Serie an Oxidationsarbeiten. Die Hertenerin Christa Momberg hat sich einen alten Traum erfüllt und ihre Fotografien mit gesammelten Fundstücken, Reisesouvenirs, eigenen Objekten etc. in zwei Büchern gebündelt.

Immer "auf der Suche nach dem poetischen Moment" ist Stefan Marko in seinen Landschaftsbildern und Porträts. Lucynda Dlutko-Hahn, bekannt für wahre Farbexplosionen auf der Leinwand, bringt mit Tusche, Graphit und Pigmenten mehr Ruhe in ihre neuen Baum-Bilder. Aktuell hat die Recklinghäuserin das Porträt für sich entdeckt und bereitet eine Ausstellung mit römischen Köpfen vor. Als Gast gesellt sich bei der "ExtraSchicht" der Hertener Kader Traore mit seinen Holz-, Knochen- und Steinarbeiten mit afrikanischen Motiven in ihrer Koje dazu.