Anwohner der Bahnhofstraße müssen mehr Krach aushalten

Der Verkehr beherrschbar, der Lärm im verträglichen Bereich Gutachten sollen belegen, dass der geplante neue Edeka-Markt hinter der Post keine unlösbaren Probleme aufwirft. Doch bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Rathaus blieben Anwohner skeptisch.

Waltrop.. Immer wieder brandete Applaus auf, wenn Redner die Planung und die Gutachten kritisierten. Die Frage: Gelingt es wirklich, durch eine längere Grünphase an der Ampelkreuzung Richtung Lehmstraße/Berliner Straße und durch eine Änderung der Ampelschaltung in Höhe der Volksbank den Verkehrs-Infarkt zu verhindern?

Gutachter ist sich sicher

Gutachter Dr. Thomas Becher sagt: Ja! "Und er hat bereits den Maximal-Fall angenommen, das heißt, er hat mit zwölf Lkw-Anlieferungen pro Tag gerechnet. Außerdem ist er von der Annahme ausgegangen, dass der bisherige Edeka zusätzlich an seinem alten Standort bleibt", sagt Stadtplaner Andreas Scheiba. Das wird so nicht kommen, man wolle aber eben auf der sicheren Seite sein. Zusätzlich zur längeren Grün-Phase für abfahrende Fahrzeuge an der Berliner Straße soll es eine geregelte Ampel-Schaltung vor der Volksbank geben. Heißt: Die Fußgänger können nicht mehr per Knopfdruck den Autoverkehr bei Bedarf stoppen, sondern für Autos und Fußgänger gibt es feste Grün- und Rot-Phasen.

Dennoch: Die vom Stadtentwicklungsausschuss favorisierte Variante, dass Edeka-Kunden per Einbahnstraßen-Regelung gegenüber des Marktplatzes auf den Parkplatz fahren und in Höhe des Kreisverkehrs wieder heraus, stieß auf Kritik. Sattelzüge würden zum Beispiel beim Einbiegen von der Edeka-Ausfahrt auf die Straße Am Moselbach wegen ihres Wendekreises wohl kaum mit einer Fahrspur auskommen, würden dann die Gegenfahrbahn mit in Anspruch nehmen und den Verkehr blockieren, lautete ein Hinweis.

"Kein unzumutbarer Zusatz-Lärm"

Kritische Stimmen gab es auch zum Lärm-Gutachten, das bescheinigt, durch den Edeka-Markt entstehe kein unzumutbarer zusätzlicher Lärm. Anwohner beklagten, dass die gerechnete Lärm-Belastung für ihr Haus auf der gezeigten Karte nicht eingezeichnet sei. Gutachterin Kerstin Sommer versprach, dies nachzuliefern. Es bleibe aber dabei: Lärm sei kein Hinderungsgrund für den neuen Markt. Dabei muss man wissen, dass nicht für alle Anwohner rund um den Moselbachpark dieselben Lärm-Immissionswerte gelten. Wer in einem Mischgebiet wohnt, etwa an der Bahnhofstraße, wo auch Gewerbe zulässig ist, muss mit mehr Lärm leben als Bürger, deren Haus in einem reinen Wohngebiet steht (Am Stadtgarten).