Ärger über 50 Euro Startgebühr

Am Ende eines harmonischen Fußballturniers der Feuerwehren aus der Region im Sportzentrum Nord (SpoNo) gab es am Sonntag doch noch Misstöne. Die Siegerehrung nutzte der Spielführer der Freiwilligen Feuerwehr Oer-Erkenschwick die den siebten Platz von acht Teilnehmern belegt hatte für öffentliche Kritik an der Startgebühr.

WALTROP/OER-ERKENSCHWICK.. Die Gebühr von 50 Euro pro teilnehmender Feuerwehr sei "unverschämt", sagte er vor den etwas peinlich berührten Offiziellen, Kreisbrandmeister Robert Gurk, dem stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Meick und dem Organisator des Turniers von der Waltroper Feuerwehr, Klaus Vonnahme, ins Mikrofon.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr mussten die Wehren noch 35 Euro Startgeld zahlen. Da hatte die Stadt der Waltroper Feuerwehr aber auch noch nicht die Gebühr für die Nutzung der Halle in voller Höhe berechnet. "Die Hallenbuchung läuft immer langfristig", sagt Marco Patruno, bei der Stadt für die Sportstätten zuständig. "Da das die Einführungsphase der neuen Gebührenordnung war, haben wir da noch nicht die volle Summe verlangt."

169 Euro muss die Waltroper Wehr zahlen

Jetzt war aber der volle Betrag fällig: 144 Euro plus 25 Euro für die Nutzung des Foyers, macht zusammen 169 Euro, die die Waltroper Wehr als Veranstalter an die Stadt zahlen muss. Diese Kostensteigerung hat die Waltroper Feuerwehr jetzt auf die Teilnehmer umgelegt, weitere Kosten hat sie zum Beispiel durch die Anschaffung der Pokale.

"Die Feuerwehr gehört laut unserer Gebührenordnung in die Kategorie 3", sagt Marco Patruno. Darunter fallen alle Vereine mit Sitz in Waltrop, die nicht Mitglied im Landessportbund und Stadtsportverband sind, soziale und kulturelle Vereine, etwa auch die VHS. Ausnahmen könne man nicht machen, sagt Marco Patruno. Die Frage sei, wo man die Grenze ziehen solle. Auch Ulrich Meick, als freiwilliger Feuerwehrmann unverdächtig, sich nicht für die Belange seiner Kameraden stark machen zu wollen, sagte, im Sinne der Gleichbehandlung müsse die Stadt so verfahren.

Es stehe den Erkenschwickern ja frei, das Fußballturnier demnächst selbst zu organisieren, heißt es aus den Reihen der Waltroper Organisatoren. Könnte man dort die Sporthallen günstiger nutzen? Womöglich schon, wenngleich die Sache so einfach auch wieder nicht ist. Denn auch in OE sind die kommunalen Kassen klamm, eine Sportstättennutzungsgebühr wird dort ebenfalls verlangt. Grundsätzlich gilt in der Stimbergstadt: Bei Nutzung einer Halle werden je nach Nutzungslänge Kosten zwischen 50 und 150 Euro fällig.

Misstöne sind ausgeräumt

Von einer Zahlung befreit werden könnten theoretisch Einrichtungen der Stadt Oer-Erkenschwick - also eben auch die Feuerwehr. Was aber nicht grundsätzlich gilt. Die Verwaltung prüft, inwieweit durch ein solches Turnier vom Veranstalter Gewinn erwirtschaftet werden soll und entscheidet in Einzelfällen, ob und in welcher Höhe Gebühren fällig werden. Für Organisationen, die nicht unter die Befreiungsregelung fallen, gelten dagegen klare Vorgaben: Beispiel: Der SPD-Stadtverband veranstaltete jüngst ein Turnier und wurde mit 150 Euro zur Kasse gebeten.

Die Misstöne bei der Siegerehrung waren übrigens einen Tag später zumindest auf offizieller Ebene schon wieder ausgeräumt. Als "etwas voreilig" bezeichnete der Erkenschwicker Löschzugführer und Feuerwehr-Pressesprecher Michael Wolters das Verhalten seines Kollegen, der zudem auch nicht in die Anmeldeplanungen eingebunden gewesen sei. "Wir wussten, welche Kosten auf uns zukommen und das Ganze liegt auch in der Hand der Stadt Waltrop." Bei Turnierorganisator Vonnahme gab es gestern daher auch noch eine telefonische Entschuldigung.