Acht Eltern-Apartments werden gebaut

Der Startschuss für den Bau von Apartments in der Kinderklinik ist gefallen. Sinn der Gästezimmer ist, dass Eltern bei ihren Frühgeborenen nächtigen können. Die Forschung belege, dass die Nähe der Eltern für die Entwicklung der Kleinen förderlich sei. Der Arzt ist nicht das Wichtigste, sagt Prof. Dr. Claudia Roll.

Datteln.. Zwischen einem und vier Monaten beträgt die durchschnittliche Verweildauer der kleinen Patienten. Je nachdem, wann sie das Licht der Welt erblicken. Mancher Geburtstermin ist 17 Wochen früher als geplant. "Das kann auch für die jungen Eltern eine sehr lange Zeit sein, wenn sie von der Familie und den Freunden abgeschnitten sind", weiß Prof. Roll. Auch sie sollen sich Wohlfühlen. "Wir wollen Gastgeber sein und nicht nur klinische Experten. Der Krankenhausalltag ist für die Eltern stressig genug", erklärt Kinderärztin Roll die Philosophie.

Während der Behandlung auf der Perinatalstation (Frühgeborenenstation) im St.-Vincenz-Krankenhaus sind die Eltern dabei. Bei der anschließenden Behandlung in der Kinderklinik soll nun die Möglichkeit geschaffen werden, Tür an Tür zum Kind untergebracht zu sein.

Die bisherigen fünf Zimmer in der Kinderklinik werden unter anderem mit jeweils einem eigenen kleinen Bad aufgewertet. Drei weitere Zimmer sind geplant, sodass die Gästezimmer über zwei Etagen verteilt sind und einen gemeinsamen Aufenthaltsraum mit Kochnische haben. "Dort können sich die Eltern auch austauschen", sagt Psychologin Barbara Mönninghoff.

Luxus-Apartments sind nicht geplant. Aber: "Ein vernünftiger Stuhl und ein vernünftiges Bett müssen schon sein, damit die Eltern sich auch wohlfühlen", sagt Kinderklinik-Geschäftsführer Andreas Wachtel.

Um das Projekt zu stemmen, legt sich der Verein Frühstarter um die beiden Vorsitzenden Steffen Schirmacher-Rohleder, selbst betroffener Vater, seit Jahren für Frühgeborene ins Zeug und sammelt Spenden.

Zum Projektstart kam der Dorstener jetzt mit einem Scheck über 30 000 Euro in seine ehemalige Heimatstadt. "Das Geld stammt aus verschiedenen Sammlungen aus dem Kreisgebiet, aus Kirchenkollekten, von Festen, Geburtstagen und Kondolenzbekundungen", sagt Schirmacher-Rohleder und dankt den Spendern.

Mit dem ersten Geld wird nun umgehend ein Apartment-Prototyp eingerichtet. Dann wird schrittweise weitergebaut, je nach Finanzlage. "Wir werden wohl noch mit deutlich mehr als fünf Schecks in dieser Größenordnung kommen müssen", schätzt Schirmacher-Rohleder. Zwei Jahre wird es wohl dauern, bis alle Zimmer fertig sind.
Mehr Informationen zum Verein gibt es im Internet: www.fruehstarter-datteln.de