Abrissreifes Hochhaus ist der perfekte Einsatzort

Brennt es etwa in der Siedlung? Einem Passanten, der vermutlich gerade auf dem Weg zum Brötchenholen unterwegs ist, entgeht es nicht: Aus einem Kellerfenster der abrissreifen neuma-Häuser an der Max-Reger-Straße quillt heller Rauch.

Marl.. "Da hat bestimmt jemand gezündelt", mutmaßt der Passant. Dann rückt auch schon die Feuerwehr an - ohne Blaulicht, ohne Martinshörner. Auch sie bleiben ausgeschaltet. Alles sieht echt aus, vor allem die Feuerwehrleute, als sie in voller Einsatzmontur aus den Fahrzeugen aussteigen. "Die Feuerwehrleute werden auch immer jünger", scherzt ein anderer Passant, der das Geschehen vom Gehweg aus beobachtet und inzwischen erkannt hat, dass es sich hier um keinen echten Einsatz handelt.

Keiner der Feuerwehrleute ist älter als 17 Jahre - und alle sind heiß auf die Übung, die die Jugendfeuerwehr Lenkerbeck am Abbruch-Hochhaus Max-Reger-Straße 8 am Samstagvormittag fährt.

Realistische Bedingungen

Das leer gezogene und komplett ausgeräumte neuma-Hochhaus, das zusammen mit den beiden anderen Hochhäusern an der Max-Reger-Straße schon in Kürze demontiert und abgerissen wird, ist für den Feuerwehr-Nachwuchs ein geradezu ideales Übungsobjekt. "Hier können wir alles unter ganz realistischen Bedingungen üben", sagt Michael Heide, der stellvertretende Jugendwart der Jugendfeuerwehr Lenkerbeck.

Derweil sitzt Vanessa schon versteckt im Keller. Die 13-Jährige spielt das "Opfer". Zu sehen ist Vanessa nicht. Die Nebelmaschine leistet ganze Arbeit. Unter Atemschutz dringen zwei Trupps in den Keller ein. Draußen hat Mario (14) den Schlauch fest im Griff. "Erstes C-Rohr Wasser marsch!"

Natürlich wird Vanessa geborgen. Jugendwart Uwe Starke ist mit der Übung sehr zufrieden. Nach dem Einsatz im Keller trainiert der Feuerwehr-Nachwuchs noch einen Wohnungsbrand im ersten Obergeschoss. Üben macht hungrig. Auch beim zweiten Frühstück - es gibt Brötchen und Fleischwurst - zeigen die Feuerwehr-Jungen großen Einsatz.