90.000 säumen den Zug

Viele Jecken konnten es kaum erwarten. Pünktlich um 13.11 Uhr begann heute bei fast frühlingshaften Temperaturen der Rosenmontagszug mit Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen am Konrad-Adenauer-Platz. Auf einer Länge von vier Kilometern ging es rund. 90.000 Menschen feierten an den Wällen. Diese Zahl nannten am Montagnachmittag das Ordnungsamt und die Polizei.

Recklinghausen.. 17 Wagen und 20 Fußgruppen setzten sich in Bewegung. Da waren auch die Sorgen der Veranstalter wegen der terrorbedingten Absage des Braunschweiger Umzuges am Sonntag wie weggelacht. Zugleiter Christoph Graczyk gestand kurz vor dem Startschuss noch gemischte Gefühle ein.

Und auch Patrick Gruner, Präsident der GroReKa, gab im Vorfeld zu, dass sich der Rosenmontag in diesem Jahr "ein wenig anders" anfühle. Doch mit seinem Credo sprach er wohl den meisten Recklinghäuser Jecken aus dem Herzen: "Wir sollten den Spaß nicht verlieren, sonst hat der Terror schon gewonnen, auch ohne Bombe."

Zweimal umrundete der Karnevalsumzug die Wälle. Der Zugweg führte wie im Vorjahr über den Erlbruch und bog dann nach rechts in den Kaiserwall ein. Grafenwall, Kurfürstenwall, Herzogswall und Königswall schlossen sich an. Nach einer weiteren Runde um den Wall bog der Zug wieder rechts in den Erlbruch und endet am Konrad-Adenauer-Platz. Der gesamte westliche Teil des Konrad-Adenauer-Parkplatzes (Gleisdreieck) wurde bereits Sonntagabend gesperrt, damit sich die Zugbeteiligten in Ruhe formieren konnten.
Aktuell wird in den Kneipen und Gaststätten weitergefeiert.

Der Wall ist seit 16.50 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Polizei musste fünf stark alkoholisierte Jecken vorläufig in Gewahrsam nehmen, außerdem wurden sieben Platzverweise ausgesprochen. Elf Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung von Polizeibeamten wurden gestellt. "Das war für eine solche Großveranstaltung durchaus im Rahmen", betonte Einsatzleiter Michael Zachäus.

Für Aufregung sorgte zwischenzeitlich die Meldung, dass ein Mann mit Kopfverletzungen am Dr.-Helene-Kuhlmann-Park gefunden worden sei. Stand zunächst eine Straftat im Raum, stellte sich im Zuge der Ermittlungen schließlich heraus, dass der Mann ohne Fremdverschulden gestürzt war. Dabei zog er sich einen Nasenbeinbruch zu.

Bewährt hat sich aus Sicht der Ordnungsbehörden die Einführung einer glasfreien Zone am Herzogswall. Ordnungsamt und ein Wachschutz kontrollierten die Taschen und Rucksäcke der Jecken. Glasflaschen wanderten direkt in den Container. Mit 50 Kräften war das DRK im Einsatz. Auf dem Parkplatz hinter der alten Feuerwache und in der Hohenzollerngrundschule mussten insgesamt 30 Männer und Frauen im Alter zwischen 15 und 22 Jahren wegen starken Alkoholkonsums behandelt werden. Eine 18-Jährige hatte einen Alkoholpegel von immerhin 1,4 Promille.

Öffentliche Gebäude haben am Rosenmontag, 16. Februar, geänderte Öffnungszeiten:
- Die Dienststellen der Stadtverwaltung sowie die Büros der Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen haben von 8 bis 11 Uhr geöffnet.
- Die Wertstoffsammelstelle Beckbruchweg und der Umweltbrummi sind von 8 bis 11 Uhr geöffnet. Der Müll wird von 6 bis 16.30 Uhr abgeholt, sodass es keine Verschiebung der Leerungstage gibt.
- Das Hallenbad an der Herner Straße hat von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Einlass ist bis 11.15 Uhr; der Vereinsbetrieb fällt aus.
- Das Südbad ist am Rosenmontag geschlossen.
- Der Tierpark ist ab 12 Uhr geschlossen.