86 geflüchtete Frauen leben in Waltrop

Frauen auf der Flucht. Unter diesem Motto stand der Neujahrsempfang der Waltroper Gleichstellungsbeauftragten Sandra Hilse im Kulturforum Kapelle. Berichtet wurde über das Schicksal geflüchteter Frauen in der Stadt.

Waltrop.. Derzeit leben 86 von ihnen in Waltrop - 31 konnten bislang in Wohnungen untergebracht werden. Zudem leben auch zwei alleinerziehende, geflohene Väter hier.

Beeindruckender Bericht
Mit Maria Gaida-Greger und Hedwig Leser interviewte Gleichstellungsbeauftragte Sandra Hilse, die zu dem Empfang eingeladen hatte, zwei Frauen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Sie sind den Menschen nahe, helfen ihnen im Alltag, haben ein offenes Ohr oder bieten ganz einfach praktische Hilfe an.

Ein Bad für sechs Frauen und sechs Männer
Nachdenkliche Mienen sind bei den gut 80 Besucherinnen zu beobachten, als Maria Gaida-Greger von den Bedingungen im Egelmeer berichtet: "Hier leben in dem einen Zimmer einer Wohnung sechs Frauen, daneben sechs Männer. Sie teilen sich ein Badezimmer." Weiterer Erläuterungen bedarf es nicht. Kopfkino, die Zuhörerinnen malen sich in dem Moment den Alltag selbst aus.

Rückzugsort fehlt
Auch Hedwig Leser berichtet, dass den Frauen ein Rückzugsort fehlt. Der Großteil von ihnen ist traumatisiert. Sie berichtet von einem Wunsch der zum Teil misshandelten und verfolgten Flüchtlingen: "Sie hätten sehr gerne einen Schlüssel für ihr Zimmer." Die beiden Flüchtlingshelferinnen räumen mit einem Vorurteil auf.

Traumatisierte Menschen
Hedwig Leser kennt die Kritik, Flüchtlinge würden morgens nicht aus dem Bett kommen. "Traumatisierte Menschen haben Schlafprobleme. Oft schlafen sie erst am frühen Morgen ein und dann entsprechend länger", erläutert die Pastoralreferentin der Gemeinde St. Peter. Es dauere, ehe die Frauen über die Beweggründe ihrer Flucht und die Odyssee berichteten. "Einige öffnen sich in einem geschützten Raum, wenn eine Vertrauensbasis entstanden ist", erzählt Hedwig Leser.

Die Scham ist groß
Maria Gaida-Greger hat beobachtet, dass sich andere Frauen schämen, von Übergriffen fremder Männer zu berichten. "Diese Frauen brauchen unsere Hilfe und Unterstützung." Die beiden Flüchtlingshelferinnen berichten zugleich von Erfolgserlebnissen. So etwa von einem Afrikaner, der bald seinen Hauptschulabschluss machen wird. Oder von einem pakistanischen Mädchen, das das Abitur an der Gesamtschule fest im Visier hat. Es wurde der Appell der Stadt erneuert, privaten Wohnraum für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Und durch persönlichen Kontakt den Menschen einen Start in Waltrop zu erleichtern.

Wunsch nach Anschluss
Denn zwei Wünsche von geflüchteten Frauen in Waltrop überwiegen: "Dass sie Anschluss finden und es ihren Kindern hier in Deutschland besser geht", so Maria Gaida-Greger.