60 Arbeitsplätze stehen bei Schober in Herten auf der Kippe

Bei der Firma Schober in Herten bangen Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.
Bei der Firma Schober in Herten bangen Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.
Foto: Marcel Kusch
Was wir bereits wissen
Vor gut zwei Jahren bezog die süddeutsche Logistik-Unternehmensgruppe Schober ein neues, hochmodernes Lager- und Verteilzentrum im Hertener Süden. Von der anfänglichen Euphorie ist nicht viel geblieben. Die Mitarbeiterzahl sank von rund 180 auf 120. Von ihnen bangen nun 60 um ihre Arbeitsplätze. Denn Schober will die Hälfte des Hertener Standortes zum 30. September schließen.

Herten.. 60 Mitarbeiter von "Schober Eurofrisch" in Herten haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Rückblick: Per Eilbeschluss ermöglichten Stadtverwaltung und Stadtrat am 16. Februar 2011 die Schober-Ansiedlung in Herten. Am nächsten Morgen begannen die Rodungsarbeiten auf dem Gelände an der Straße "Hertener Mark". Von neuem Schwung für den Logistikstandort Herten war die Rede, von Hunderten Arbeitsplätzen und Gewerbesteuern. Schober-Prokurist Volker Klemm stellte Erweiterungsbauten und Expansion in Aussicht.

Zukunft für Mitarbeiter ungewiss

In den Neubau zogen zwei Unternehmen ein, die bis heute getrennt sind: Zum einen wurde die "Schober Eurofrisch GmbH" mit rund 80 Mitarbeitern von Recklinghausen nach Herten verlegt. Zum anderen übernahm Schober die "Hertener Logistik GmbH" (HLG) mit rund 100 Beschäftigten. Dahinter verbirgt sich die ausgegliederte Logistik-Sparte der Hertener Wurstfabrik Herta. Die inzwischen auf 60 Mitarbeiter geschrumpfte HLG hat aktuell offenbar nichts zu befürchten. Die Firma transportiert exklusiv die Wurstwaren für Herta; dies ist über einen langfristigen Vertrag gesichert. Auf Nachfrage haben dies unter anderem Schober, Herta und die Gewerkschaft NGG (Nahrung Genuss Gaststätten) einhellig bestätigt.

Wirtschaft Ungewiss ist hingegen die Zukunft der 60 Mitarbeiter von "Schober Eurofrisch". Ihr Hertener Standort schließt am 30. September. Das hat das Unternehmen inzwischen den Beschäftigten mitgeteilt. Ebenfalls aufgegeben werden die Standorte Schönefeld (Brandenburg) und Ochsenfurt (Bayern). Der Grund sind gravierende Umbrüche in der Logistik-Branche. Wie unsere Zeitung von Schober-Mitarbeitern erfuhr, wurden noch keine Kündigungen ausgesprochen. Den Betroffenen sei gesagt worden, sie müssten sich vorerst nicht arbeitslos melden, denn es bestehe Hoffnung auf Anschluss-Beschäftigungen. In dieser Woche soll offenbar ein Sozialplan erarbeitet werden.

In andere Bereiche der Unternehmensgruppe wechseln

Schober-Unternehmenssprecherin Ulrike Propach erklärte dazu, Mitarbeitern würde der Wechsel in andere Bereiche der Schober-Gruppe angeboten, was aber mit einem Umzug verbunden wäre. Es werde auch versucht, Beschäftigte an andere Unternehmen zu vermitteln.

Nach Informationen unserer Redaktion hat der Logistikkonzern Dachser Interesse daran, Kunden von Schober zu übernehmen, die nach der Schließung des Hertener Standortes nicht mehr bedient werden. Dazu könnte Dachser bisherige Schober-Mitarbeiter und Teile des Gebäudes übernehmen. Ob es wirklich dazu kommt, ist nach unseren Informationen aber noch völlig offen.