Zu Besuch im Korfu im Velberter Stadtteil Birth

Es gebe zwar eine kleine Theke, erläutert Wirt Christos Nikologiannis Redakteur Sascha Döring. Getrunken werde dort aber nicht, sondern an den Tischen.
Es gebe zwar eine kleine Theke, erläutert Wirt Christos Nikologiannis Redakteur Sascha Döring. Getrunken werde dort aber nicht, sondern an den Tischen.
Foto: FUNKE Foto Services
Das „Korfu“ an der Birther Straße ist weder Restaurant noch Kneipe – es ist das heimliche Zentrum des Velberter Stadtteils.

Velbert..  Es wäre nicht richtig, das „Korfu“ als Kneipe zu bezeichnen. Denn das ist es nicht. Es wäre auch nicht zutreffend, das „Korfu“ Restaurant zu nennen. Denn das ist es auch nicht. Es ist mehr, es ist das Wohnzimmer der Birther.

„Die Atmosphäre ist wunderbar“, schwärmt Hans Küppers, überzeugter Birther und Vorsitzender des Bürgervereins in diesem Stadtteil. „Egal, wann man hier hin kommt, immer trifft man jemanden zum töttern, zum quatschen oder um ein Bier zu trinken.“ Und die Wirtsleute kennen ihre Pappenheimer, wissen, wer was mag. „Wie in einer großen Familie. Nie sitze ich alleine hier.“

Kein Fernseher

Das liegt auch daran, dass es außer dem „Korfu“ kaum einen Treffpunkt dieser Art in Birth gibt – „und an den netten Wirtsleuten“, lobt Küppers. Christos Nikologiannis und seine Frau Anna kümmern sich um die Gäste – und es kommen viele: Bürgerverein, Boxclub, Gartenverein, Kegelverein – „obwohl ich gar keine Bahnen habe“, sagt der Wirt lachend. Auch Schüler des nahen Gymnasiums treffen sich bei Christos, essen Pizza, lernen oder verbringen ihre Freistunden dort.

Selbst im Sommer, wenn es heiß ist, hat Familie Nikologiannis gut zu tun: „Ich habe zwar keine Möglichkeit, einen Biergarten zu eröffnen, aber die Leute kommen trotzdem“, erzählt der Wirt, der sieben Tage die Woche für seine Birther da ist. „Dann wird eben drinnen ein Ventilator aufgestellt, das reicht meinen Gästen meistens.“

Einen Fernseher sucht der Gast im „Korfu“ vergebens, Fußball wird hier nicht geschaut. „Die Leute kommen zum Quatschen und Essen her, nicht um sich berieseln zu lassen“, sagt der Wirt und Küppers ergänzt: „Hier gibt es genug zu erzählen, keiner vermisst das Gerät.“ Dafür kommen die Birther auch zu Christos ins „Korfu“, wenn gerade irgendwas anderes in der Stadt los ist, erzählt Hans Küppers: „Wenn wir zum Beispiel beim verkaufsoffenen Sonntag in der Fußgängerzone waren oder beim Rosenmontagszug, dann kommen wir hinterher eigentlich immer noch hier hin. Das ist fast so, also ob ich nach Hause komme.“

Bei so viel Lob ist es kein Wunder, dass sich der Wirt auch etwas für die Birther ausgedacht hat. Neben Pizza und anderen Leckereien, gibt es bei ihm auch „Birther Krüstchen. Das ist ein Schnitzel mit Salat, das ich mir extra für hier ausgedacht habe“, erzählt der 40-Jährige.

Und ab und an lädt er seine Gäste zum griechischen Abend: „Ich möchte den Leuten zeigen, wie wir in Griechenland essen“, erläutert Nikologiannis seine Idee. „Es gibt dann kleine Vorspeisen und viele andere Leckereien und wir sitzen dann zum Essen so zusammen, wie es auch in Griechenland üblich ist.“ Voll werde es dann, die Plätze seien ruckzuck ausgebucht. Hans Küppers ist dann natürlich dabei, denn es geht nichts über sein zweites Wohnzimmer.

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