Zimmerhof: Bildungskapital der MuK Velbert nicht verspielen

Schüler der Kunst- und Musikschule führen das Stück „Neuland“ nach E.T.A. Hoffmann in Langenberg auf.
Schüler der Kunst- und Musikschule führen das Stück „Neuland“ nach E.T.A. Hoffmann in Langenberg auf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadt steht nach wie vor unter Sparzwang. Der Fördervereinschef der Musik-& Kunstschule, Klaus Zimmerhof, bringt seine Einrichtung in Position.

Die so genannten freiwilligen Leistungen stehen immer besonders im Blickpunkt, wenn in den Kommunen der Zwang zum Sparen zunimmt. Klaus Zimmerhof, Vorsitzender des Fördervereins der Musik- und Kunstschule (MuK), fordert im WAZ-Gespräch mit Redakteur Matthias Spruck, wichtiges Bildungskapital Velberts nicht zu verspielen.

Welche Sicht haben die Bürger dieser Stadt auf die MuK?

Erinnern Sie sich an das Weihnachtskonzert in der Christuskirche – rappelvolles Haus. Die Bürgervereine fordern immer wieder Schüler und Lehrer für ihre Veranstaltungen an, Alexander Ruffing ist mit seinen Bläserschülern viele Male bei den Martinszügen mitgezogen. Auch übers Jahr zeigt die Schule in der Stadt ihr Gesicht und ist Teil unseres Gemeinwesens. Bei der Produktion des Musicals „Grenzfälle“ zeigt sich wieder einmal die gesamte Leistungskraft unserer Schule.

Abgesehen von den Gebühren, die jeder Schüler zahlt – wie kommt sonst Geld rein?

Die Gebühren allein tragen die Einrichtung nicht. Die Stadt schießt kräftig zu und ich putze fleißig Klinken, so dass Sponsoren solchermaßen Geld spenden, dass wir zum Beispiel Instrumente kaufen können. Immer mal wieder überlässt uns jemand billig oder umsonst ein Klavier.

Die MuK gilt im Vergleich als kostenintensive Einrichtung. Gibt es Anstrengungen im Hause, Sparpotenziale zu finden?

In Arbeitsgruppen werden Gebührenstruktur und Personalaufwand untersucht. Betonen möchte ich aber: Das Angebot der MuK sollte die nächsten Jahre gewahrt sein und der Qualitätsstandard gesichert werden. Sonst sind wir für Interessierte nicht attraktiv.

Mit der Verlagerung von festangestellten Lehrern hin zu mehr Honorarkräften könnte viel Geld eingespart werden.

Ich bin da nicht sicher. Fest angestellte Musik- und Kunstlehrer haben höhere Bindungskraft. Über viele Jahre betreuen sie Schüler, die später vielleicht selbst Musiker oder Künstler werden; die Lehrer identifizieren sich auch mehr mit der Schule. England-Exkursionen wie die von Herrn Ruffing wären mit Halbjahresverträgen nicht machbar. Zeitlich befristete Lehrende schauen immer, wo sie was Festes bekommen könnten.

Bekommen Sie Unterstützung von der Politik?

Zehn Jahre war ich im Kulturausschuss, der auch zuständig ist für die MuK. Viele Politiker haben von Kultur keine Spur, gehen nicht mal selbst ins Konzert oder Theater. Damit bin ich fertig.