Zeugnisberatung der Stadt Velbert hilft bei Sorgen

Reden hilft: Dorothea Müller, Jens Heete und Christiane Küppers-Tonscheidt helfen bei Konflikten.
Reden hilft: Dorothea Müller, Jens Heete und Christiane Küppers-Tonscheidt helfen bei Konflikten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zensuren bringen Konflikte. Und Klärung bringt Erleichterung. Deshalb vermitteln die Mitarbeiter der städtischen Erziehungsberatungsstelle Velbert zwischen Eltern und Schülern, wenn die Noten Sorgen machen.

Velbert..  Ein Schüler knibbelt nervös an seinen Fingern. Senkt den Kopf, wirft einen Blick auf die kleinen Dramen aus schwarzen und weißen Zahlen in seinen Händen. Es ist Zeugnistag. Der Junge hat gerade seine Zensuren für das Halbjahr bekommen. Und seine Eltern machen sich Sorgen. Über seine Noten, über seine Zukunft.

In so oder so ähnlichen Situationen befinden sich viele Familien, wenn sie schwarz auf weiß die Zensuren ihrer Sprösslinge in den Händen halten. Aber nicht immer lassen sich die Konflikte um schlechte Noten einfach lösen. Und deswegen bietet die städtische Erziehungsberatungsstelle ihre Hilfe an. Ein offenes Ohr, ein klärendes Gespräch.

Keine Zensur bei Noten

Dorothea Müller und Christiane Küppers-Tonscheidt sind der heiße Draht zwischen Schülern und Eltern, zwischen Noten und Schulen. Am Zeugnistag selbst bieten sie und ihr Team eine Sprechzeit für Familien an, einen „Termin für alle Fälle“, wie sie es selbst ausdrücken. „Es ist wichtig, dass jemand da ist“, sagt Diplom-Psychologin Müller.

Groß sei der Andrang an diesem Tag nicht unbedingt. „Die meisten Eltern kommen, nachdem ausführlich mit den Kindern über das Zeugnis gesprochen wurde und dann trotzdem noch Konflikte da sind“, sagt Müller. Viele kämen auch nach den Elternsprechtagen.

„Wir wollen eine gute Lösung finden und feststellen, was hinter den schlechten Noten steckt. Oft hilft es auch schon, wenn man die Sorgen irgendwo lassen kann, nicht damit allein ist“, weiß Christiane Küppers-Tonscheidt. Die Diplom-Sozialpädagogin hat selbst zwei Töchter, kann sich in die Eltern gut hineinversetzen. „Probleme tauchen in allen Schulformen auf, in jeder Altersklasse. So verschieden die Probleme sind, so unterschiedlich sind auch die Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse der Eltern. Wir versuchen zu vermitteln“, sagt sie.

In der Grundschule gehen die Schwierigkeiten los. Beim Schulwechsel und in der Pubertät setzen sie sich fort, in der Oberstufe ist die bevorstehende Berufswahl oft diffus. Die Mitarbeiter der städtischen Beratungsstelle sind natürlich immer auf die Mitarbeit der Eltern und jungen Menschen angewiesen. „Die Eltern machen sich Sorgen, wollen nur das Beste für ihr Kind. Und bei den Schülern sind es oft auch nur Phasen. Trotzdem werden Probleme nicht klein geredet“, sagt Dorothea Müller. Denn: Klärung verschafft Erleichterung.