Zeichen am BKN in Velbert stehen auf Europa

Die Lehrer Gökhan Yilmaz, Wolfgang Stein, Sabine Bauer und Schulleiterin Christiane Gerhards (v.l.) zeigen Werkstücke aus der Zusammenarbeit mit Schulen aus anderen Ländern.
Die Lehrer Gökhan Yilmaz, Wolfgang Stein, Sabine Bauer und Schulleiterin Christiane Gerhards (v.l.) zeigen Werkstücke aus der Zusammenarbeit mit Schulen aus anderen Ländern.
Foto: Funke Foto Services
Das Berufskolleg Niederberg engagiert sich seit 1996 im Schüleraustausch. Velberter Jugendliche erarbeiten im Ausland mit dortigen Schülern Werkstücke.

.Stolz präseniert Wolfgang Stein eine aus einem Stück gefräste Uhr: „Das war das erste Projekt, was wir 1996 als Europaschule mit unseren und den holländischen Berufsschülern zusammen entwickelt haben.“ Entstanden war die Idee zu einem Austausch zuvor durch eine Begegnung des damaligen Direktors des Berufskolleg Niederberg (BKN), Martin Eckermann, auf einer Schulleitersitzung mit einem holländischen Kollegen. Kurz darauf wurde Stein zum Internationalisierungsbeauftragen der Schule ernannt und gebeten, die Planungen in die Hand zu nehmen.

Seit mittlerweile 20 Jahren hat er Schüler in Länder wie Spanien, Türkei, Belgien, nach Finnland, Polen, in die Slowakei und auch nach Brandenburg begleitet, wo diese im engen Kontakt mit Schülern dort etwas Konkretes erarbeitet haben. Warum die Schule, die eine der ersten war, die europaweiten Ausstausch angeboten hat, sich auch ohne offzielle Zertifizierung Europaschule nennen darf, erläutert Schulleiterin Christiane Gerhards: „Weil wir schon so früh dabei waren, dürfen wir diesen Titel tragen und wollen ihn auch mit Inhalt füllen.“

Spannende Projekte im Austausch

Lange Bilderreihen auf den Schulfluren bezeugen, dass das in spannenden Projekten auch immer wieder gelingt: So präsentierte die Slowakei den deutschen Schülern eine CNS-gesteuerte Schneidemaschine und lernte im Rückbesuch das CAD-Programm der deutschen Berufschüler kennen, nach Holland und Belgien wurden von BKS gestiftet Einzelteile mitgebracht und als Zylinderschlösser zusammengesetzt und auf Cran Canaria traf man sich, um das Konzept des mehrsprachigen Präsentierens umzusetzen. Weil Europa-Projekte zumeist vier Länder umspannen, führten es auch Schüler in Holland und der Türkei im Austausch aus. Viele fachliche Dinge wurden dabei gelernt, Stein ist aber etwas anderes noch wichtiger: „Durch das Bereisen von armen Ländern wie der Slowakei, wo die Menschen zwei, drei Jobs annehmen um sich über Wasser zu halten und trotzdem so großzügige Gasteltern für unsere Schüler waren, lernen die Schüler Demut kennen. Generell werden durch die Reisen Vorurteile abgebaut, Toleranz gelernt und Berufspraxis eingeübt.“

Im nächsten Jahr wird Stein nach 35 BKN-Jahren in Rente gehen. Studiendirektor Gökhan Yilmas, der bereits jetzt sehr aktiv im europäischen Austausch ist, wird dann übernehmen. Er zählt auf, was das Berufskolleg noch alles bietet: „Neben den von Erasmus geförderten Schulpartnerschaften und der beruflichen Bildung der Lehrer, regelmäßige Studienfahrten nach Istanbul, Auslandspraktika oder bilingualen Unterricht.“