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Einkehr und Erholung

Zehn Minuten vom Alltag erholen

07.04.2010 | 19:33 Uhr
Zehn Minuten vom Alltag erholen

Velbert. Alte Kirche öffnet ab dem 17. April für Menschen, die Ruhe finden und innehalten wollen

Ob Velberter nun gestresst von ihren Einkäufen eine kurze Pause einlegen wollen, um ihre innere Ruhe wieder zu finden oder auch einfach nur der Hektik ihres Alltags entfliehen wollen, dafür wird  die Alte Kirche von nun an offen stehen. Initiert wurde dieses Projekt von der evangelischen Kirchengemeinde in Velbert und Pastor Post, der sich für die Umsetzung dieses Projekts gekümmert hat. Diese Neuheit wird jeder Velberter ab dem 17. April genießen können. Um 11 Uhr findet die erste  Einkehrstunde statt.

„Viele Leute stehen vor den Toren, doch sie haben außerhalb der Gottesdienstzeiten nicht die Möglichkeit, die Kirche zu betreten“, sagt Bierwas. Von nun an werden die Pforten der Alten Kirche montags von 17 bis 19 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr  offen stehen. „Es ist ein verlässliches Angebot, das wir hier  für die Bürger schaffen“, sagt der Pastor.

In einem Gemeindebrief hat Pastor Post einen Aufruf gestartet, sich als Ehrenamtliche für die Aktion zu bewerben. „22 Interessierte haben sich dafür bereit erklärt“, so Christel Bierwas.  Martina Drawert ist eine von ihnen. „Den Gedanken eine offene Kirche zu haben, finde ich sehr gut. Gerade weil es damit eine Rückzugsmöglichkeit mitten in der Stadt gibt. Denn  die Alte Kirche an der Friedrichstraße 148 liegt sehr zentral und ist gut zu erreichen“.

</p><p>„Jeder Besucher soll auch die Gelegenheit haben, sich an einen Ansprechpartner zu wenden, der ihm Fragen zum Gebäude und den Eigenheiten der Kirche beantwortet“, sagt Bierwas. „Die Alte Kirche lebt von ihrer Bescheidenheit, sie ist aus unserer Stadt nicht mehr weg zu denken“, sagt Post.  Besucher, die sich für die Architektur oder für die Gemeinde interessieren, sollen dort alle wichtigen Informationen dazu erhalten. „Seelsorgerisch fit muss man nicht sein und mit einer Art Beichte hat die offene Kirche am wenigsten zu tun“, erklärt sie. „Wenn sich jemand an uns wendet, der sich gerne etwas von der Seele sprechen möchte, treten wir als Vermittler auf“, sagt Drawert.

In der Alten Kirche wird man sich von seinem Alltag erholen können, „selbst wenn es nur  zehn Minuten sind, die man dort verbringt“, meint Drawert. Die Bürger können sich der Kirche als Gebäude wieder annähern. „Eine Kerze anzünden, eine  Bitte ins Besucher-Gebetbuch eintragen, wir wollen eine kleine, spirituelle Ecke in der Alten Kirche einrichten“, erzählt Drawert von den gemeinsamen Plänen  der Kirchengemeinde und der Ehrenamtlichen. Wie oft und wie lange sich  die Ehrenamtlichen dort aufhalten wollen, steht ihnen frei. Denn viele  sind berufstätig und können sich nur begrenzt an zwei oder drei Tagen im Monat im Gotteshaus dienen.

„Wenn das Projekt erst einmal am Laufen ist, werden sicherlich mehr Menschen ihre Hilfe anbieten und dazustoßen“, sagt Martina Drawert. Christel Bierwas sieht in unserem hektischen Zeitalter das Problem vieler Menschen: „Überall verlangt man ständige Präsenz von uns und Aufmerksamkeit. In dem Gebetshaus kann ich aber abschalten und einfach nur Mensch sein.“

Viele Spaziergänger  schauen im Vorbeigehen hinein, so eine Offene Kirche wirkt anziehend, weiß Bierwas.  „Solange niemand randaliert“, denkt sie, wird sich das Projekt noch lange halten. Außerdem feiert die Ev. Kirchengemeinde  ihr 450-jähriges Bestehen. „Ein Zeichen dafür, dass der Glaube lebt“, sagt der Pastor.

Katharina Erschov

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Kommentare
08.04.2010
12:23
Zehn Minuten vom Alltag erholen
von dorfbeobachter | #1

Die Idee ist wirklich so simpel, wie gut. Dank den Initiatoren (die das alles freiwillig machen, wie man liest, dafür braucht es also noch nicht einmal eines City-Managers).
Ein Ort der Ruhe und Besinnung, mitten in dieser öden City! In Neviges und in essen nutze ich diese Möglichkeit häufig, und ich hoffe, dass so etwas einmal zu allen Tageszeiten möglich ist. Das bringt für die Qualität eines Aufenthalts in der City allemal mehr, als ein Indoor-Shoppingcenter. Die Stadt ist eben doch mehr, als europaweit gesuchte sog. Investoren vermuten lassen. Nach der Villa Herminghaus die zweite gute Nachricht für die Innenstadt.

Und wieder haben die Mehrheiten in Rat und Verwaltung nichts dazu beigetragen...

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