Aber der Bezirksausschuss Neviges und der Sonderbauausschuss Schloss Hardenberg stehen den Hotel-Varianten zur Zukunft des Herrenhauses noch skeptisch gegenüber
"Keiner will, dass das Schloss verfällt", fasste der Grüne Dr. Michael Pannen für sich das Ergebnis der Diskussion um die Zukunft des Hardenberger Herrenhauses in der gemeinsamen Sondersitzung vom Schloss-Bauausschuss und Bezirksausschuss Neviges zusammen. Aber wie sollen die rund zehn Mio. Euro Sanierungskosten aufgebracht werden? Die Verwaltung favorisiert ziemlich unverholen die Lösung mit einem privaten Investor, um privates Geld einzubinden. Ein Hotel ist im Gespräch. Mit einem "Bettenhaus" entweder auf dem bisherigen Minigolfplatz, auf dem Schlossteich oder aber entlang der Bernsaustraße. Erste Entwürfe sind skizziert. Der Förderverein des Kulturensembels und große Teile der Politik favorisieren eher eine museale Lösung mit hohem Freizeitwert.
"Kann ein Hotel überhaupt gebaut werden?" wollte die SPD-Ratsfrau Ute Meulenkamp zunächst einmal wissen. Was noch zu prüfen wäre, ließ die Verwaltung durchblicken. "Architekten können wunderbare Pläne erstellen", bemerkte Wilbert Hager von den Unabhängigen Velberter Bürgern (UVB). Der daran erinnerte, dass am Forum seit zehn Jahren ein Hotel-Investor gesucht werde. Mit "gleicher Intensität" wie nach einem Hotelier solle auch ein Investor für ein Museum gesucht werden, meinte Velbert anders-Vertreter August Friedrich Tonscheid. Er könne sich jedenfalls "eine Menge andere Dinge für eine positive Nutzung" des Schlosses vorstellen. CDU-Fraktionsvorsitzender Manfred Bolz rief in Erinnerung, dass es öffentliche Fördergelder nur bei Vorlage eines schlüssigen Nutzungskonzeptes gebe. Deshalb sollten jetzt alle denkbaren Vorschläge geprüft werden. Sein Fraktionskollege Gerd Haun warnte davor, "alles auf eine Schiene zu setzen". Deshalb müsse auch die Museumsvariante weiter geprüft und verfolgt werden. Die SPD ließ deutlich durchblicken, "dass wir keine Fans eines Hotels sind. Aber "gezwungenermaßen" könne man sich damit abfinden, wenn auf anderem Wege an kein Geld zu kommen sei. Auf wiederholte Nachfrage aus dem Ausschuss versicherte Stadtkämmerin Stock, dass die Verwaltung weiterhin jährlich bis zum 30. Mai Anträge auf Fördermittel zur Schloss-Sanierung beim Land einreichen werde.