Wohnen im Ladenlokal

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Immer mehr Geschäfte in Langenbergs Altstadt sind verwaist. Die CDU regt nun an, darüber nachzudenken, leerstehende Läden in Wohnraum umzuwandeln.

Langenberg..  Auch liebevoll mit Antiquitäten, Büchern oder Bildern dekorierte Schaufenster können nicht darüber hinwegtäuschen: Für viele immer länger leerstehende Ladenlokale in der Langenberger Altstadt scheinen sich einfach keine Gewerbetreibenden mehr zu interessieren. Die CDU will in dieser Sache nun aktiv werden: Im Bezirksausschuss, der am kommenden Mittwoch in der Feuerwache tagt (17 Uhr), soll darüber nachgedacht werden, Gewerberäume in Wohnraum umzuwandeln.

„Wir haben in der SoKo Langenberg über das Thema gesprochen und waren der Meinung, dass man zumindest mal über diese Möglichkeit diskutieren sollte“, so Hermann-Josef Schmitz, der den Antrag in den BZA einbrachte. Darin argumentiert er: „Derzeit stehen einige Gewerberäume in der Altstadt bereits seit längerer Zeit leer. Nach Aussage der Eigentümer sind diese Räume aufgrund ihres Zuschnitts und ihrer Größe wahrscheinlich auf Dauer als Gewerberäume nicht zu vermieten. Wir sehen langfristig die Gefahr, dass ein unansehnlicher Leerstand das Bild der Altstadt verschandelt.“

„Man muss behutsam vorgehen“

Freilich will auch Schmitz das Risiko nicht leugnen, das die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnraum birgt: Dass sich künftig dann möglicherweise noch weniger Geschäfte in Langenberg finden, als es derzeit schon der Fall ist. „Natürlich müsste man dabei sehr behutsam vorgehen“, räumt er ein. aus diesem Grund sei eine Umwandlung wohl auch nur im Einzelfall zu entscheiden, so Schmitz.

Anfrage an die Verwaltung

Von der Verwaltung will der CDU-Politiker nun erst einmal wissen, ob bereits entsprechende Anträge auf Umwandlung von Hausbesitzern vorliegen. Und er möchte Auskunft darüber, „unter welchen Voraussetzungen die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnräume im Kerngebiet von Langenbergs Altstadt“ überhaupt möglich ist.

„Stadt befürchtet einen Dammbruch“

Zwei Fragen, die mindestens ein Mitglied der SoKo Langenberg allerdings bereits beantworten kann. Wolf-Dieter Thien, langjähriger Vorsitzender des Bürgervereins und selbst Hausbesitzer in der Altstadt, hat einen entsprechende Anfrage nämlich schon einmal an die Verwaltung gerichtet. „Das wurde rundheraus abgelehnt“, berichtet er. Und erläutert: „Die Stadt will das einfach nicht – sie hat Angst vor einem Dammbruch.“

Ortssatzung ist entscheidend

Dabei habe er vorgeschlagen, nur unter strengen Auflagen im Einzelfall die Umwandlung zu genehmigen – nur wenn ein Ladenlokal länger als ein Jahr leer steht. „Aber die Stadt sagt, die Ortssatzung gebe das nicht her“, so Thien. Er ist aber sicher: „Das tut sie doch – wenn in einem Bereich weniger als 50 Prozent Gewerbefläche ist.“