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Wirtschaftliche Lage bleibt gut

06.10.2012 | 06:00 Uhr
Wirtschaftliche Lage bleibt gut
OLYMPUS DIGITAL CAMERAFoto: KITSCHENBERG, Kai

„Die Wirtschaft im Kreis Mettmann befindet sich immer noch in einer guten Konjunkturlage. Ihre Erwartung für das nächste Jahr ist aber nur noch verhalten“, fasst IHK-Volkswirt Gerd Helmut Diestler die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage auf der Basis von Antworten von rund 270 Betrieben mit zusammen 27000 Mitarbeiterin im Kreis Mettmann zusammen.

Aktuell meldet etwa jeder dritte Betrieb, dass er sich in einer guten Geschäftslage befinde. Jeder achte dagegen berichtet von schlechten Geschäften. Für das kommende Jahr sind die Geschäftserwartungen erneut fast ausgeglichen. „Die Betriebe rechnen zwar mit einer weiteren Wachstumsabschwächung, befürchten aber keine Rezession“, so Diestler. Besonders zufrieden sind zurzeit die Bauwirtschaft, als gut wird die Situation bei Großhandel und bei Herstellern von Ge- und Verbrauchsgütern geschildert. Diestler: „Einzig der Einzelhandel schaut pessimistisch in die Zukunft“.

Einschätzung von Konjunkturrisiken

Wichtig war der IHK bei ihrer Umfrage, bei der rund 2000 Unternehmen befragt wurden, etwas über die Einschätzung von Konjunkturrisiken zu erfahren – hier wurde konkret nach Inlandsnachfrage, Auslandsnachfrage, Finanzierung, Arbeitskosten, Fachkräftemangel, Wechselkurs, Energie- und Rohstoffpreisen und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gefragt. Als größtes Risiko empfinden 60 Prozent der Befragten demnach die weitere Entwicklung der Inlandsnachfrage. Gleiches gilt auch für die Arbeitskosten und das Konjunkturrisiko Auslandsnachfrage. Ein Drittel der befragten Unternehmen fürchten einen Einbruch bei der Auslandsnachfrage und einen Anstieg bei den Arbeitskosten.

An den Fakten orientiert sind die Einschätzungen der befragten Betriebe nicht immer; pessimistische Sichten auf die Zukunft resultieren oft auf sich widersprechenden Eindrücken. So hat zwar objektiv das Risiko der Rohstoffpreisentwicklung abgenommen, es sind aber gleichwohl 40 Prozent der Unternehmen im Kreis Mettmann, die diese als Risiko bewerten, bei den Herstellern von Ge- und Verbrauchsgütern sind das sogar 60 Prozent.

Personalaufbau geht zurück

In den meisten Branchen überwiegen noch die Betriebe, die aktuell noch mehr Personal beschäftigen als im Vorjahr. Das gilt nicht nur für die Produzenten von Ge- und Verbrauchsgütern, sondern auch für Großhandel und denkwürdigerweise sogar für den Einzelhandel. Die Kurve des Personalaufbaus flacht zwar für das kommende Jahr ab, es soll jedoch kein Personal abgebaut werden. „Mehr Beschäftigung bieten nach unserer Erhebung Dienstleister, Großhandel und Bauwirtschaft an“, kündigt Diestler an. Hersteller von Industriegütern wollen weniger Personal beschäftigen.

Immer noch Fachkräftemangel

Erneut über 40 Prozent aller Betriebe berichten von Fachkräftemangel. Es sind 37 Prozent, die zurzeit über Vakanzen für Fachkräfte verfügen. Zu Jahresbeginn waren das noch 44 Prozent. Ein gutes Drittel aller befragten Unternehmen haben aktuell zwischen einer und drei unbesetzten Stellen für Fachkräfte. Diestler: „Wenn wir das hochrechnen, summiert sich die Anzahl der Vakanzen allein bei den Teilnehmern der Umfrage auf 330, im gesamten Kreis Mettmann auf 2100 Stellen“.

Matthias Spruck


Kommentare
06.10.2012
11:01
So groß kann der Fachkräftmangel ja nicht sein
von canberra | #1

......Ein gutes Drittel aller befragten Unternehmen haben aktuell zwischen einer und drei unbesetzten Stellen für Fachkräfte......

Ich habe den Eindruck, dass es in den Personalabteilungen vieler Unternehmen Fehlbesetzungen gibt.
http://blog.br-online.de/report-muenchen/2012/5367/die-legende-vom-heiss-begehrten-ingenieur.html

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