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Wirbel um Emma

08.01.2010 | 15:42 Uhr
Wirbel um Emma

Velbert. Eine Seniorin gibt ihr Labradorweibchen im Tierheim ab, weil sie überfordert ist. Die Familie der Frau möchte das Tier zurück haben, doch das Heim verweigert die Herausgabe an Bekannte der Familie.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat einen, der russische Ministerpräsident Vladimir Putin auch: Labrador Retriever sind beliebte Hunde und werden von ihren Besitzern als gutmütig, freundlich, aufgeschlossen und neugierig charakterisiert. Sie benöigen viel geistige und körperliche Beschäftigung.

Für Edith Lück wurde der Bewegungsdrang ihres acht Monate alten Labradorweibchens Emma bald zu viel. Tochter Claudia berichtet, der Hund habe die Seniorin schon durch sein Lauftempo überfordert. Die Velberterin wurde nach einiger Zeit beim Tierheim vorstellig, um die Hundedame abzugeben. „Wir haben der Frau nahe gelegt, sich den Schritt noch einmal zu überlegen”, sagt Petra Mittelstenscheidt, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Heim trägt. Man habe Edith Lück darüber aufgeklärt, dass der Hund ins Eigentum des Heims übergehe.

Kurz darauf kam der Ehemann mit dem Hund vorbei, „um ihn sofort abzugeben”, sagt Mittelstenscheidt. Zur Bekräftigung des Entschlusses soll er nach Auskunft von Claudia Lück sogar 500 Euro auf den Tisch gelegt haben. Ein Abgabevertrag wurde aufgesetzt und unterschrieben, Hund Emma blieb zurück in der Tierunterkunft.

Familienintern stieß die spontane Abschiebung von Emma auf Kritik, berichtet Claudia Lück. „Zumal wir Bekannte haben, die durchaus ein Interesse an Emma gehabt hätten”, berichtet sie. Kurzentschlossen rief nun Claudia Lück im Heim an, um die Rückgabe rückgängig zu machen. „So etwas geht gar nicht”, kommentiert Petra Mittelstenscheidt. Abgesehen davon, dass das Tierheim nun Eigentümer des Hundes geworden war, stieß sich das Heim an dem Verhalten der Lücks: „Ein Tier ist kein Wintermantel, den man nach Gutdünken kaufen, umtauschen und wieder neu kaufen kann. Wir nehmen die Verantwortung für uns anvertraute Tiere ernst”, gibt die Tierschützerin zu bedenken.

Da aber das Tierheim im Prinzip an verantwortungsvoller, aber auch schneller Vermittlung seiner Klientel interessiert ist, machte es einen Vorschlag zur Güte: „Die Interessierten sollten selbst vorbeikommen und sich vorstellen”, so Mittelstenscheidt. Doch der Eindruck, den die Leute dann Am Brangenberg hinterließen, war offensichtlich nicht überzeugend: „Die haben Druck gemacht, wollten sich nicht auf ein Gespräch, die Formalitäten und einen gemeinsamen Spaziergang mit Emma einlassen”, so Mittelstenscheidt. Emma wurde später an andere Interessierte vermittelt. Claudia Lück ist empört: „Wie kann man sich so bürokratisch anstellen?” Petra Mittelstenscheidt: „Das Wohl des Tieres hat immer Vorrang.”

Matthias Spruck

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