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„Wir stoßen an unsere Grenzen“

16.10.2012 | 06:00 Uhr
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„Wir stoßen an unsere Grenzen“
An der Talstraße hat die Stadt vier solcher Übergangswohnheime.Foto: Detlev Kreiemeier

Velbert.   Täglich kommen bis zu 300 neue Asylbewerber nach NRW. Ihr Weg könnte auch nach Velbert führen. Noch können hiesige Heime die Kapazitäten stemmen.

Manche werden verfolgt in ihrer Heimat, andere fliehen vor Armut – und alle kommen sie mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Es vergeht derzeit kein Tag, an dem nicht über immer mehr Asylbewerber in NRW berichtet wird. Dass die Erstaufnahmestellen in Dortmund und Bielefeld bei täglich 50 bis 300 Neuankömmlingen, wie ein Sprecher der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg sagte, förmlich aus allen Nähten platzen, hat auch Auswirkung auf Velbert. „Die Bezirksregierung hat uns informiert, dass wir mit weiteren Zuweisungen rechnen müssen“, sagt Astrid Weber, Leiterin des Bezirksamtes, und: „Wenn die Zahlen explosionsartig steigen, wird uns das vor ein Problem stellen.“

193 Asylbewerber in Velbert

Für gewöhnlich hat die Verwaltung einen Vorlauf von 14 Tagen. „Jetzt können kurzfristig innerhalb von zwei Tagen neue kommen“, erklärt Weber. Waren im September 2011 noch 140 Bewerber in Velbert untergebracht, stieg diese Zahl binnen zwölf Monaten auf 193. Die meisten kommen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien – die Stadt stellt sich aber auch auf mehr Syrer und Afghanen ein. Die acht Flüchtlingshäuser (vier an der Talstraße, eins an der Oststraße, zwei in Birth an der Elisabethstraße und eines in Langenberg an der Kuhler Straße) würden diese Zahl verpacken, aber: „Wir stoßen an unsere Grenzen.“

Nachdem es 2003 noch 519 Asylbewerber in Velbert gab, die Zahl danach aber stark rückläufig war, trennte sich die Stadt von einigen Flüchtlingsheimen. „Wie das bei allen Städten in finanziell schwierigen Situationen eben so ist“, sagt Weber, wurden zwischenzeitlich nicht mehr benötigte Häuser veräußert. „Jetzt sind wir in der umgekehrten Situation“, so die Bürgeramtsleiterin, „dabei wollten wir uns noch von weiteren Häusern trennen, das muss jetzt natürlich auf den Prüfstand.“

Astrid Weber atmet tief durch, wenn sie an das frisch sanierte vordere Haus an der Talstraße denkt, in dem nun wieder Menschen aufgenommen werden können: „Nicht vorzustellen, die Situation hätte uns vor einem Jahr ereilt.“ Wenn aber auch hier die Kapazitäten erschöpft sind und es an die Reserven geht, ist guter Rat gefragt. Theoretisch können die Wohnungen dann auch enger belegt werden. „In Spitzenzeiten hatten wir 15 Quadratmeter für vier Leute. Das hat aber keine Aufenthaltsqualität und auch ein riesiges Konfliktpotenzial“, sagt Weber, „ich würde ungern zu der Methode greifen und dort noch ein drittes und viertes Bett hinzustellen, wo jetzt zwei Personen untergebracht sind.“

Andreas Berten

Kommentare
19.10.2012
08:29
„Wir stoßen an unsere Grenzen“
von canberra | #6

Die Flüchtlinge sind doch ein Segen für Velbert und andere Städte. Dadurch lässt sich doch der Abwärtstrend bei der Bevölkerungsentwicklung abfedern.

18.10.2012
11:08
„Wir stoßen an unsere Grenzen“??
von canberra | #5

Es gibt in Velbert genügend Wohnraum für die Flüchtlinge. Die Stadt müsste die Wohnungen nur anmieten.
3.5 Leerstand von Wohnraum
……Nach den zum Stichtag 25.06.2009 gelieferten Daten stehen in Velbert 3.241 Wohnungen
leer……
http://www.velbert.de/media/pdf/stadtplanung/Wohnungsmarktbericht-2010.pdf

18.10.2012
09:41
„Wir stoßen an unsere Grenzen“
von dorfbeobachter | #4

@amki:
Beschreiben Sie bitte, worin Ihre Leistung liegt, in diesem Land geboren worden zu sein.

2 Antworten
„Wir stoßen an unsere Grenzen“
von lingxiao | #4-1

ich bin nicht amki, antworte aber trotzdem mal
es ist nicht meine leistung hier geboren worden zu sein, das verdanke ich meinen eltern, deren leistung es auch nicht war in deutschland geboren worden zu sein, die verdanken es wiederrum auch ihren eltern, die nachm krieg als junge menschen das land nicht verlassen haben, sondern hier was aufgebaut haben, natürlich war der aufbau stark verbunden mit dem goodwill der besatzungsmächte, dennoch war es die leistung meiner großeltern ihre kinder nach dem krieg irgendwie durch zu bringen und sich durch leistung was auf zu bauen, ihre kinder haben diese leistungen weiter ausgebaut, wirtschaftswunder und so, und wir verwalten diese leistung jetzt (mehr schlecht als recht).....

„Wir stoßen an unsere Grenzen“
von lingxiao | #4-2

teil 2,
ich habe volles verständnis für menschen die aus ihrem elend raus wollen, aber beschreiben sie mir doch bitte, was die leistung von menschen ist, die ihr land aus wirtschaftlichen gründen verlassen...die leistung für ihr ehemaliges und für ihr zukünftiges land....

nicht falsch verstehen, von mir aus reichtum für alle...gerne.....einewelt und so......aber wäre es nicht sinnvoller, dass die leute ihr fleckchen erde aufbauen als das sie in deutschland in irgendnem ghettohochhaus sitzen?

ich mein klar, die profiteure der globalisierung wollen gar nicht, dass es uns allen gut geht, aber leisten können wir uns die leute auf dauer einfach nicht.....

16.10.2012
16:58
„Wir stoßen an unsere Grenzen“
von canberra | #3

Freien Wohnraum gibt es doch in Velbert genug. Die Stadt kann doch freie Wohnungen für die Flüchtlinge anmieten.

16.10.2012
09:33
„Wir stoßen an unsere Grenzen“
von amki | #2

Es gibt leider viel zu viele "Wirtschaftsflüchtlinge"!

16.10.2012
06:23
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1 Antwort
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