„Wir haben die größeren Familien“

Langenberg..  Eine Wohngruppe namens „Startklar“ klingt schon viel optimistischer. So heißt die Gruppe der Mädchen in der Frohnstraße. Aber der Name meint nicht bloß „Daumen hoch“ – sondern formuliert einen Anspruch: „Die müssen viel lernen“, erklärt Peter Huyeng. Denn je älter Kinder ins Haus Maria Frieden kommen, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie bald eine Pflegefamilie finden oder zu ihren Eltern zurück kehren.

Jede Studentin aus „gutem Hause“ kann eine verlängerte Jugend genießen, kann sich aufs „Hotel Mama“ verlassen. Die „Startklar“-Mädchen lernen zu kochen, mit dem Geld auszukommen, kurz: auf sich selbst gestellt zu sein. „Die Jugendhilfe könnte ja mit 18 enden.“ Der Heimleiter würde sich für die jungen Erwachsenen eine längere betreute Zeit wünschen. Immerhin gibt’s für die Ältesten Trainings-Wohnen. „Hört sich leicht an, ist aber schwierig.“

Auch Kinder mit Behinderungen nimmt Haus Maria Frieden auf. „Sie wachsen hier ganz anders“, sagt Peter Huyeng – und meint: sie wachsen auch an Zutrauen in sich selbst. Die Kinder und Jugendlichen, der Leiter schaut auf eine lange Liste, besuchen Grundschulen, Realschulen, Gymnasien: „eigentlich alle Schulformen“. Wissen ihre Mitschüler vom Haus Maria Frieden?

Das können die jungen Bewohner selbst entscheiden. Gerne dürfen ihre Schulfreunde in den Häusern an der Bökenbuschstraße übernachten. Viele Gäste seien beeindruckt, so Huyeng: „Wir haben hier die größeren Familien.“