Winterware zu Schnäppchenpreisen

„Das schlechte Wetter ist schlecht fürs Geschäft“, erklärt Vera Gerhold WAZ-Mitarbeiterin
„Das schlechte Wetter ist schlecht fürs Geschäft“, erklärt Vera Gerhold WAZ-Mitarbeiterin
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Offiziell gibt’s den „WSV“ ja nicht mehr. Dennoch purzeln alljährlich zum Jahresbeginn die Preise für Bekleidung. Das milde Wetter tut ein Übriges.

Velbert..  Satte Rabatte: Um bis zu 70 Prozent haben Velberter Einzelhändler ihre Winterware reduziert. Bei Strickpullis und Schals purzeln die Prozente. Angebote an Hemden haben um diese Zeit eine ganz andere Kragenweite als noch im Herbst. Aber die heißen Preise lassen die Kunden zum Großteil kalt. Trotz des milden Wetters liegen die meisten Waren wie festgefroren in den Schaufenstern. Der Abverkauf ist mäßig, die Saison könnte besser laufen. Der Grund dafür: die Witterung.

Vera Gerhold, Geschäftsinhaberin von Minok, bringt es auf den Punkt: „Das schlechte Wetter ist schlecht fürs Geschäft.“ Dicke Wintermäntel bleiben an den Stangen hängen, Wollpullis ruhen im Regal. Kurzum: warme Ware wechselt nicht wirklich den Besitzer. Bei Nieselregen und Temperaturen über der Zehn-Grad-Marke kann es den Käufern eben schnell die Shopping-Laune verhageln.

Dass es ohne Frost und Eis keine Schneestiefel braucht, ist auch klar. Ralf Klingenhagen, der Inhaber von Skyline Trendware, kann sich trotzdem nicht beschweren: „Der Großteil unseres Sortiments besteht aus Artikeln, die wir das ganze Jahr über verkaufen, unabhängig von der Saison. Deshalb läuft es bei uns ganz gut.“ Falls Väterchen Frost es sich anders überlegt und in den kommenden Monaten doch noch anklopft, hat Klingenhagen schon vorgesorgt. Damenstiefel hat er vorbestellt, Herrenschuhe wird er nachbestellen.

Waltraud Vento ist schon seit 33 Jahren Geschäftsinhaberin von Pino Mode in der Blumenstraße. Auch bei ihr hätte die Wintersaison besser laufen können, im Großen und Ganzen sei sie aber zufrieden, so die Geschäftsfrau. Während bei Minok schon Ende November die ersten Preise purzelten, hat Vento erst vergangene Woche rote Rabattschilder aufgehangen. „Nach der Inventur habe ich ausgewählte Ware reduziert“, sagt sie.

Auf die Frage, wie die Saison bei „Mode Queen“ in der Grünstraße gelaufen sei, wirft Geschäftsführer Khalid Louchiri nur einen vorwurfsvollen Blick nach draußen durch die Schaufensterscheibe. „Mützen, Jacken, Schals – alles noch da. Und auf festlichen Kleidern für Weihnachten und Neujahr bin ich größtenteils auch sitzengeblieben“, berichtet der Geschäftsmann. Deshalb wird auch er in der kommenden Woche Ware reduzieren. Im Lager muss ja Platz für neue Ware geschaffen werden.

Das Konzept ist bewährt. Im besten Falle stolpern Schnäppchenjäger über die neue Frühjahrsmode. So wie bei Minok. „Unsere Stammkunden haben schon Artikel aus der Frühjahrskollektion erworben“, erzählt Vera Gerhold. Denn nach dem Winter weht dann wieder ein frischer Wind durchs modische Sortiment.