Winterschlussverkauf findet auch in Velbert statt

Alles muss raus, auch wenn es nicht mehr offiziell Winterschlussverkauf heißt. Viele Händler locken derzeit mit Rabatten, andere haben das ganze Jahr über Aktionen laufen.
Alles muss raus, auch wenn es nicht mehr offiziell Winterschlussverkauf heißt. Viele Händler locken derzeit mit Rabatten, andere haben das ganze Jahr über Aktionen laufen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Obwohl es den offiziellen WSV nicht mehr gibt, locken viele Händler mit Rabattaktionen. Ein Rundgang durch die Velberter Fußgängerzone.

Velbert..  Seit der Winterschlussverkauf 2004 offiziell abgeschafft wurde, sind sie rar geworden, die WSV-Schilder, die explizit darauf hinweisen. Stattdessen gibt es bei vielen Einzelhändlern das ganze Jahr über Rabattaktionen. Dennoch machen, wie der Handelsverband Deutschland mitteilte, etwa drei Viertel aller Einzelhändler mit bei der rotstiftgeführten Rabattschlacht. Explizit mit dem Winterschlussverkauf wirbt in Velbert zum Beispiel das Textilhaus Dieler.

Zum Start hat die Filiale in der Unterstadt sogar schon ab acht Uhr geöffnet. Im Laden wühlen die Menschen eifrig in den Handtüchern, Schlafanzügen und der warmen Bettwäsche. Dennoch erinnert sich Verkäuferin Nancy Heidrich an noch lebhaftere Zeiten: „Früher in meiner Ausbildungszeit, als es noch einen richtigen Winterschlussverkauf gab, haben die Leute körbeweise alles rausgetragen.“ Dass es bislang deutlich zu warm fürs Wintergeschäft war, kann sie so nicht bestätigen: „Wir haben den Bieber auch ohne schlechtes Wetter verkauft.“ Seinen freien Tag nutzt Kunde Georg Müller für die Schnäppchenjagd: „Ich bin wegen der günstigen Angebote hier und extra früh gekommen, damit die Auswahl noch groß ist. Allerdings hat man dann auch die Qual der Wahl“, zeigt er sich etwas unentschlossen. Auch bei Skyline hat man schon nach Weihnachten reduziert, dennoch prangt das orangefarbene Schild „Winterschlussverkauf“ im Schaufenster: „Die letzte Woche im Januar und die erste Februarwoche waren früher offiziell die Schlussverkaufswochen“, erinnert sich Inhaber Ralf Klingenhagen, „dafür haben wir jetzt noch mal den Rotstift angesetzt.“ Eifrig studiert er den Wetterbericht und freut sich, dass sich der Winter doch noch mal hat sehen lassen. „Zwei milde Winter hintereinander sind für ein Schuh- und Bekleidungsgeschäft schon ein Problem“, sagt er im Hinblick auf seine vielen gefütterten Schuhpaare.

Die roten Rabattzeichen leuchten nicht erst seit Beginn des WSV im Schaufenster von Brillenland. „Da wir nicht in dem Sinne klassische Winterware haben, durften wir Optiker auch früher, als es den Schlussverkauf noch gab, nicht teilnehmen“, bedauert Inhaber Bernd Reichhardt, der stattdessen terminunabhängig mit Sale-Aufklebern für seine Gestelle wirbt.

Ulrike Müllers vom gleichnamigen Dessous- und Bademodengeschäft findet das ständige Rabattieren in den Geschäften um sie herum nicht mehr normal. „Manche Geschäfte reduzieren direkt nach Weihnachten, da sind die Leute doch sauer, wenn sie vorher soviel bezahlt haben. Wir reduzieren so ab Mitte Januar. Den klassischen WSV gibt es nicht mehr.“

Cool bleiben und Umtauschregelungen beachten

Das Rabattgesetz ist seit 2004 passé, der Einzelhandel ruft dennoch gerne immer wieder den Schlussverkauf aus. Die Verbraucherzentrale empfiehlt aber, einige Regeln zu beachten:

Cool bleiben: Was wird eigentlich wirklich gebraucht?! Wer sich von den plakativen Rabattaktionen anstecken lässt und mehr kauft als benötigt wird, zahlt am Ende drauf.

Bei fehlerfreier Ware Umtauschregeln beachten: Die häufig geübte Praxis des Umtauschens begründet keinen Rechtsanspruch auf den Tausch fehlerfreier Ware. Sie ist und bleibt immer nur eine freiwillige Leistung des Verkäufers. Im Schlussverkauf wird die Rücknahme durchaus an Bedingungen geknüpft – was zulässig ist. Also aufgepasst und nachgefragt, welche Tausch- oder Rückgabekriterien gelten da es keine Verpflichtung zur Rücknahme fehlerfreier Ware gibt.

Auch mangelhafte Rabattware reklamieren: Auch hier gelten die gleichen Rechte wie außerhalb der Schlussverkaufszeiten. Verbraucher können zunächst nur – am besten unter Fristsetzung – die Lieferung einer mangelfreien Ware oder eine Reparatur verlangen. Erst nach erfolglosem Fristablauf kann der Käufer grundsätzlich z. B. den Kaufpreis mindern oder vom Kaufvertrag zurücktreten.

Beim Reklamieren von Ware mit angezeigten Fehlern aufgepasst: Ware schon beim Kauf genau begutachten. Für die Mängel nämlich, über die schon beim Kaufdatum informiert wurde, entfällt die Gewährleistung. Sie entfällt jedoch nicht, wenn andere Mängel vorliegen, über die nicht informiert wurde. Diese können wie üblich reklamiert werden.

Und: Kassenzettel aufbewahren!