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SPD-Jubilarehrung

Willy Brandt zog viele in die Partei

28.10.2012 | 18:39 Uhr
Willy Brandt zog viele in die Partei
Die Ehrung der Genossen – unter ihnen auch so einige in der heutigen Kommunalpolitik Aktive – fand in der Gaststätte Wilhelmshöhe statt.Foto: Uwe Möller

Langenberg.   1300 Jahre Mitgliedschaft in Summe konnten in diesem Jahr geehrt und gewürdigt werden. Kreisvorsitzende Kerstin Griese hatte als Historikerin viele Daten im Gepäck

1300 Jahre Parteimitgliedschaft in Summe konnten in diesem Jahr geehrt werden. Die jährliche Ehrung der SPD für ihre langjährigen Mitglieder in der „Wilhelmshöhe“ war beeindruckend, denn die Kreisvorsitzende Kerstin Griese (MdB) hatte als Historikerin viele Daten im Gepäck: Eine politische Zeitreise der SPD, vor allem aber Momente der Geschichte, die die ganze Welt betrafen.

Als 1987 der Sportpilot Mathias Rust auf dem Roten Platz in Moskau landete und Helmut Kohl erneut zum Bundeskanzler gewählt wurde, trat die damals 16-jährige Susanne Mühlhoff der SPD bei. Im gleichen Jahr demonstrierte Griese selbst gegen Atomkraft und Willy Brandt wurde Ehrenvorsitzender der SPD. Überhaupt, Brandt: Er war für viele Mitglieder, die für 40 Jahre Parteitreue geehrt wurden, ein starkes Motiv, der SPD beizutreten. So wie bei Otto Erich Pitschke, den die neue Ostpolitik überzeugte, Genosse zu werden. Auch der schulpolitische Sprecher Ralf Wilke erinnert sich: „Brandt war echtes Vorbild und eine Identifikationsfigur“. Schon sein Urgroßvater war Sozialdemokrat, „zur Zeit Otto von Bismarcks war er einer der Beklagten wegen ,sozialdemokratischer Umtriebe’“, erzählt er nicht ohne Stolz. So war es Tradition, dass Wilke 1972 sein Parteibuch erhielt.

1972 war jedoch auch das Jahr der Watergate-Affäre in den USA und des Attentats von palästinensischen Terroristen bei den Olympischen Spielen in München. Die SPD hatte fast eine Million Mitglieder. „Heute haben wir knapp noch die Hälfte“, so Griese.

Adenauer im Radio nicht ertragen

Dann ging es weitere zehn Jahre auf der Zeitachse zurück: Die Beatles treten in Hamburg auf, die USA verhängen ein Handelsembargo über Kuba, Norddeutschland wird von der schwersten Flutkatastrophe seit 1855 heimgesucht, SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann wird nach seiner Verurteilung in Tel Aviv hingerichtet, Marilyn Monroe ist tot aufgefunden. Das ist die Zeit, als SPD-Jubilar Peter Schmidt, der sich schon mit 14 Jahren für Politik interessierte, das Radio ausmacht, wenn Kanzler Adenauer spricht, erzählte er stolz. Engelbert Sobol erklärt, er sei wegen der „Spiegel-Affäre“ eingetreten.

Eine ganz besondere Ehre war es für Kerstin Griese, dem ehemaligen Bevollmächtigten der IG Metall, Eugen Rittinghaus, für 65 Jahre SPD-Mitgliedschaft die weißgoldene Nadel zu überreichen. Als Rittinghaus 1947 eintrat, eröffnete in Düsseldorf das „Kommödchen“, es wurde der Marshall-Plan beschlossen, im Nürnberger Prozess sieben Angeklagte zum Tode verurteilt, während in Bielefeld der Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit Hans Böckler als Vorsitzenden stattfand. Rittinghaus verwies auf die Wichtigkeit der Partnerschaft von DGB und SPD und freute sich, dass seine Familienmitglieder, genauso wie er selbst, immer Mitglieder von Partei und Gewerkschaft gewesen seien.

Editha Roetger



Kommentare
29.10.2012
18:15
Willy Brandt zog viele in die Partei
von canberra | #1

Welch ein jämmerliches Bild unsere Spezialdemokraten doch heutzutage abgeben, das ist schon bemerkenswert.
http://www.youtube.com/watch?v=Ph-vHNUBUdc

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