Wiedersehen mit Alt-Langenberg

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Was wir bereits wissen
Eine neue Ausstellung im Alten Rathaus zeigt, wie sichLangenberg in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Bilder, die bei vielen Besuchern Erinnerungen wecken.

Langenberg..  Vielen Älteren bietet sie Gelegenheit, sich daran zu erinnern, in welcher Stadt sie früher einmal gelebt haben. Den Jüngeren gewährt sie eine Chance, Langenberg so kennen zu lernen, wie die Stadt früher einmal aussah – „Alt-Langenberg“ eben. Und etwas davon schwingt auch im Titel der Ausstellung mit, die der VHS-Arbeitskreis im 66. Jahr seines Bestehens jetzt im Alten Rathaus eröffnete: „Langenberg: Abriss, Neubau, Wandel.“

Wobei es, um korrekt zu sein, eigentlich „Langenberg nördlich des Hardenberger Bachs“ heißen müsste. Zeigen doch die Ausstellungstafeln ausschließlich alte und neue Ansichten von etwa 40 Gebäuden und Plätzen der Alten Vogteier Straße, der Vogteier Straße, der Voßkuhl- und Kamper Straße sowie des Froweinplatzes.

Ausstellung wurde dreigeteilt

„Wir haben zunächst angedacht, diese Ausstellung nach Epochen anzulegen“, erläuterte Barbara Brombeis, Leiterin des Arbeitskreises, als sie die Ausstellung jetzt in einer Eröffnungsmatinee einem guten Dutzend geladener Gäste vorstellte. Eine Idee, von der man sich jedoch bald wieder verabschiedet habe. Denn: „Wir haben schon bald gemerkt, dass das Material dazu viel zu umfangreich war, dass wir mit dieser Ausstellungsform vielem nicht gerecht geworden wären.“

Erinnerungen werden wach

So beschloss man, die Ausstellung „Langenberg früher und heute“ dreizuteilen. Dem jetzt eröffneten Teil sollen zwei weitere folgen: „Langenberg südlich des Hardenberger Baches“ und später „Märkisch Langenberg“, der Bereich zwischen Altstadt und Bonsfeld.

Wie viel es allerdings bereits im ersten Teil der Ausstellung zu entdecken gibt, machte bereits die Eröffnungsmatinee deutlich. „Phantastisch – man trifft hier ‘ne ganze Menge Bekannte wieder“, schwärmte Eduard Colsman, ausgewiesener Experte der Langenberger Stadtgeschichte. Während Hermann-Josef Schmitz andächtig auf ein Bild zeigte und sich erinnerte: „Da habe ich immer unsere Brötchen gekauft.“

Spielwaren und Kaffeerösterei

Ob „Haus im Engel“ oder „Alte Vogtei“, ob Reichsbank oder das ehemalige Warenhaus Scharlach – überall wurden Entdeckungen gemacht, wurden alte Erinnerungen wach. Und während Schmitz zu erzählen wusste, dass im Haus von Spielwaren Bachmann früher noch eine Kaffeerösterei gewesen sei, entfuhr es Julius von Felbert: „Da, in diesem Haus war der Hufschmied Stemberg, da hat es immer so merkwürdig gerochen, wenn den Pferden die glühenden Eisen auf den Huf genagelt wurden.“ Und während er sich noch daran erinnerte, wie sie als Jungs immer gestaunt hätten, dass die Pferde dabei so ruhig geblieben seien, brennt Hermann-Josef Schmitz schon eine ganz andere Frage auf der Seele: „Weiß eigentlich noch jemand, wer vor Willi Möbbeck Hausmeister im Bürgerhaus war?“