Das aktuelle Wetter Velbert 11°C
Tierheime

Wenn Bello Pullover trägt

24.02.2010 | 20:31 Uhr
Wenn Bello Pullover trägt

Velbert.Der strenge Winter ließ die vierbeinigen Freunde ziemlich kalt aussehen. „Wir mussten teilweise den Hunden Pullover anziehen“, sagt Petra Mittelstenscheidt. Das Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Velbert-Heiligenhaus klagt über eine angespannte finanzielle Lage.

Wegen der Kälte habe der Verein im Tierheim an Brangenberg zusätzlich strombetriebene Heizgeräte einsetzen müssen, was die Betriebskosten in die Höhe schnellen ließ. „Es ist ein ewiger Kampf um die Mittel“, sagt Petra Mittelstenscheidt, denn das Geld reiche „im Grunde nicht aus.“

Bei 200 000 Euro, die der Verein im Jahr ausgebe, bleibe ein Loch von etwa 15 000 Euro. Das lasse sich nur über zusätzliche Spenden, zum Beispiel über kleine Erbschaften wieder stopfen.

Für einen Anteil von bis zu 30 000 Euro kommen die beteiligten Städte auf. Denn eigentlich sind die Gemeinden für Fundtiere zuständig. Die Städte delegieren diese Aufgaben ans Tierheim.

Im Vorjahr unterstützte die Stadt Velbert 88 Fundtiere mit etwa 2500 Euro für die Unterbringung. Die Gemeinde zahlte auch 15 500 Euro Arztkosten. Die öffentliche Hand übernimmt laut Vertrag grundsätzlich eine Pauschale für die ersten 14 Tage Aufenthalt pro Fundtier und die überwiegenden Arztkosten der ersten sechs Monate. Für Katzen gibt es 25,05 Euro für die Unterkunft, für Hunde 50,50 Euro.

„14 Tage Aufenthalt für ein Fundtier sind nicht realistisch“, sagt Petra Mittelstenscheidt. Viele Fundtiere seien länger als ein Jahr im Tierheim. Etwa 90 Prozent aller Findelkinder seien Katzen. „Viele der Tiere sind so sehr verschreckt oder alt, so dass sie nur schwer vermittelt werden können.“

Zu den Fundtieren kämen jede Menge Abgabetiere. „Manche bringen ihr Haustier hierher, weil sie es sich nicht mehr leisten können“, sagt Mittelstenscheidt. Dabei sei der Verein auf Spenden angewiesen. „Ohne die könnten wir das Futter nicht bezahlen.“ Auch das Personal sei ein Kostenfaktor. Den Rest bekomme der Verein aus Mitgliedsbeiträgen (20 Euro im Jahr), Einnahmen aus Trödelmärkten und einer Vermittlungsgebühr für Fundtiere.

„Der Winter war tödlich“, sagt auch Uta Schokolinski vom Verein „Tiere in Not Niederberg“, der ein Tierheim am Rand von Neviges betreibt. „Wir mussten gerade 2000 Euro für den Strom nachzahlen.“ Mehr als 200 Tiere vom Wellensittich bis zum Hund leben auf der Anlage am Krüdenscheider Weg.

Nur für die Fundtiere aus Velbert und Umgebung gebe es (wie beim Tierschutzverein) eine kleine Entschädigung. Allerdings in anderer Höhe. Für Kleintiere zahlt die Stadt 2,50 Euro. Katzen bringen 5 Euro Unterbringungspauschale. „Das ist nur ein kleiner Posten“, sagt Schokolinski. Ein großer Teil der Vereinseinnahmen komme aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. „Den Rest schustern wir privat zu“, sagt Schokolinski. Sie betreibe neben dem Heim auch eine kleine Pension, die zum Glück Erlöse abwerfe.

Mehmet KalenderArne Poll

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3425643/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kindergarten im Wald
Bildgalerie
Waldkinder
Hardenberger Schützenfest
Bildgalerie
Brauchtum
Projekt Gesundheit
Bildgalerie
Regenbogenschule
Kurzer Prozess
Bildgalerie
Fußball
Aus dem Ressort
Marken-Image leidet durch Gerüchte
Opel
Die Gerüchte um eine Schließung des Opel-Werks in Bochum reißen nicht ab – und manch einer befürchtet dadurch einen Imageschaden für die Marke Opel. Die WAZ wollte wissen, ob das drohende Aus für die Fertigung des Astra im Ruhrgebiet auch bei den Velberter Opel-Käufern und -Fans ein Gesprächsthema
Stadt: U3-Ausbau ist doch machbar
Kinderbetreuung
Ausweg aus der Millionen-Finanzierungslücke: Geld aus Belastungsausgleich für nötige Investitionen einsetzen. Richter: „Diese Mittel können ausreichen.“