Weihnachtsbäume aus Velbert enden als Delikatesse

Weg mit dem Baum, schließlich ist Weihnachten vorbei. Doch wohin mit dem nadeligen Gehölz?
Weg mit dem Baum, schließlich ist Weihnachten vorbei. Doch wohin mit dem nadeligen Gehölz?
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Fest ist vorbei, der Baum kann raus. Doch wohin damit? Velberter können ihre Weihnachtsbäume von den Technischen Betrieben entsorgen lassen. Manchmal nimmt auch der Wuppertaler Zoo welche – als Delikatesse.

Mit dem Ende der Weihnachtszeit und dem Beginn des neuen Jahres verlieren viele Leute auch das Vergnügen an dem einst sorgfältig ausgesuchten Weihnachtsbaum. Kurzerhand landet er abgeschmückt am Straßenrand. Ein Schicksal, das aber längst nicht alle ursprünglich fürs Fest geschlagenen Tannen teilen. Bei Corinna Doll vom Thünershof wird der eigene Baum nach den Feierlichkeiten kurzerhand verfüttert. „Unsere siebzehn Schulpferde bekommen so alle zehn Tage mal einen Ast. Für sie ist das eine Delikatesse“, lacht die Reitstallbesitzerin, die aber die Nachahmung Privatpersonen nicht empfehlen kann: „Das sollte nur kontrolliert und in wirklich kleinen Dosen geschehen, wegen der ätherischen Öle. Wir selbst können auch keine weiteren Tannen gebrauchen.“

Willkommen bei den Tieren sind die Nadelhölzer auch im Wuppertaler Zoo. „Aber nur die, die nicht aus Privathaushalten stammen“, schränkt Zookurator André Stadler ein. Vieles von dem, was bei den mittlerweile unzähligen Weihnachtsbaumanbietern stehen geblieben ist, wird von den Elefanten, Steinböcken oder Hirschen gerne verputzt, zumindest bis ungefähr Silvester. „Danach geht es den Tieren wie den Menschen, irgendwann können die auch kein Spekulatius mehr sehen.“ Aber nicht nur als Futter, auch als Spielzeug sorgen die Tannen für Abwechslung im Zooleben: „Die Bären und Affen brechen sie durch oder werfen damit in ihren Gehegen herum.“ In den Tagen nach dem Fest erhält der Kurator oft Anrufe von Privatleuten, die bei ihm ihren Baum loswerden möchten. „Lametta bekommt den Tieren nun mal nicht so gut und außerdem sind diese Bäume oft von der Heizungsluft auch schon zu dröge.“

Tannen zu Humus

Gern gesehen sind die Christbäume aus den Privathaushalten dagegen bei den TBV. „Die Entsorgung der Tannen gehört zu unserem Geschäft, dafür bezahlen die Leute schließlich“, erläutert Geschäftsbereichsleiter Bernd Wieneck, „nach der Abholung werden die Tannen kompostiert und zu Humus verarbeitet.“

Warum das für Laubenpieper keine Alternative ist, erläutert der Vorsitzende des Stadtverbandes der Kleingärtner, Hartmut Marckhoff: „Tannen gehören in den Wald, darum gibt es die in unseren Kleingärten nicht. Und transportieren sie mal einen nadelnden Baum, der tagelang im heimischen Wohnzimmer stand, im Auto zum Garten.“ Darüber hinaus fehle es vielen auch am passendem Werkzeug dafür. „Sie müssen ja irgendwie den Stamm klein kriegen, und es hat auch nicht jeder eine Häckselmaschine, damit er die Überreste kompostieren kann.“