WAZ-Artikel: Dieb gibt Beute zurück

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Was wir bereits wissen
Vor einer Woche war am Unteren Eickeshagen 7a die Hausnummer verschwunden. Jetzt hing sie wieder an der Hauswand – und daneben ein Entschuldigungsschreiben des Langfingers.

Langenberg..  „Also: Das ein Zeitungsbericht so etwas bewirken kann, hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten.“ Mit diesen Worten und einigen Keksen als Dankeschön meldete sich am Montagmorgen Astrid Pagel in der Redaktion. Und in der Tat – für sie war etwas Unglaubliches geschehen: Der Dieb, der vor etwa einer Woche die Edelstahlhausnummer vom Haus Unterer Eickeshagen 7a abgeschraubt hatte, brachte am Wochenende seine Beute zurück!

Und nicht nur das. „Am Samstagmorgen, einen Tage nach dem Bericht in der Langenberger Zeitung, war die Hausnummer wieder an der Hauswand montiert, mitsamt einem Herzen, das ich dort angehängt hatte. Und außerdem hing dort noch etwas Süßes,“ berichtet die Langenbergerin.

Der Brief – höflich und fehlerfrei

Die aus dem Staunen nicht herauskam, als sie außerdem noch zwei blaue, selbstklebende Zettel, so genannte Post-its am Tatort fand. „Es tut mir leid. Ich möchte natürlich nicht, dass Sie neue Löcher in die Hauswand bohren müssen. Ich suche mir etwas neues“, entschuldigte der unbekannte Dieb sich ebenso höflich wie fehlerfrei für seine Tat – und garnierte die handgeschriebenen Sätze noch mit einem weinenden Smiley hinter „Es tut mir leid“, zahlreichen Herzen und einem lachenden Smiley am Ende der Nachricht.

Dieb brachte Hausnummer auch wieder an

Wie berichtet, hatte Astrid Pagels Ehemann die Hausnummer selbst aus Edelstahl angefertigt. Da die Befestigungsstege daher nicht genormt waren, befürchteten die Eheleute schon, nach dem Diebstahl der Hausnummer für eine neue auch neue Löcher in die Wärmedämmung der Hausfassade bohren zu müssen.

Diese Sorge aber sind die Pagels nun los. „Die Nummer war wieder ganz akkurat an der Handwand befestigt“, freute sich Astrid Pagel. Da lässt es sich für sie auch verschmerzen, dass der Ehemann in der Zwischenzeit bereits wieder eine Edelstahlplatte gekauft hatte, um eine neue Hausnummer anzufertigen.

Leute wollten Tatort sehen

Ob es nun die Ankündigung war, die Hausnummern 7 in allen Straßen Langenbergs abzufahren, um nach der Nummer zu suchen, oder ob den Dieb nun nach dem WAZ-Bericht echte Reue packte – das könne sie natürlich auch nicht sagen, so Astrid Pagel.

Immerhin: Der Zeitungsartikel hatte große Kreise gezogen. „Ich wurde von allen auf die geklaute Hausnummer angesprochen, und ein paar Leute sind sogar gekommen, um sich das Haus anzusehen“, berichtet die Mitarbeiterin von Annie Weber.

Stimmen in der Nacht

Dabei hätte Astrid Pagel die reuigen Diebe sogar beinahe noch selbst angetroffen: „Ich habe Samstagnacht vorm Haus Stimmen gehört – aber ich dachte mir, das wären die Zeitungsboten“, erzählt sie.