Vorbereitungskurs im Velberter Klinikum nimmt Ängste

Endlich ist er da, der Nachwuchs: Doch vorher empfehlen sich Kurse für die werdenden Eltern, auch nach der Geburt gibt es einiges zu tun.
Endlich ist er da, der Nachwuchs: Doch vorher empfehlen sich Kurse für die werdenden Eltern, auch nach der Geburt gibt es einiges zu tun.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Im Geburtsvorbereitungskurs im Velberter Klinikum Niederberg können werdende Mütter ihre Fragen loswerden – genau wie Väter, die bei der Geburt heutzutage meistens dabei sind.

Velbert..  Die Geburt des eigenen Kindes ist ein besonderes Erlebnis – nicht nur für die werdende Mutter, sondern genauso für den Vater. Kein Wunder also, dass auch werdende Väter die Zeit während der Entbindung nicht selten im Kreißsaal verbringen wollen. Und das ist heute, wie so vieles, was in Kreißsälen mittlerweile Normalität ist, auch im Klinikum Niederberg kein Problem mehr.

„Die Zeiten, in denen werdende Väter allenfalls mit Mundschutz und Kittel bei der Geburt ihres Babys dabei sein dürfen, sind vorbei“, weiß Nicola Herrmann, Hebamme am Klinikum Niederberg. Im Gegenteil: Jeder, mit dem die Gebärende sich wohlfühlt, ist willkommen. „Neben dem Mann kann das auch mal die Mutter sein und gerade Mütter aus anderen Kulturen kommen auch mal in Begleitung von zwei oder drei Frauen“, sagt Herrmann.

Vorbereitungskurs nimmt Ängste

Um sich wohlfühlen zu können, sei für manche Frau zudem eine Beleghebamme wichtig. „Die sollte sich die Frau suchen, der es wichtig ist, dass eine vertraute Person sie bei der Geburt unterstützt“, so die Hebamme, doch zu lange warten dürfe man damit nicht: Spätestens bis zur 16 Schwangerschaftswoche sollten sich die werdenden Eltern gekümmert haben. Einfacher ist es dagegen, eine Hebamme zur Nachsorge zu bekommen. „Oft genügt es, die Hebamme anzusprechen, die den Geburtsvorbereitungskurs durchführt“, erklärt Herrmann.

Den Besuch eines solchen Kurses findet sie wichtig – nicht nur, weil er auf das Geschehen bei der Geburt selbst vorbereite. „In der Zeit vor der Geburt, haben Paare viele Fragen und Ängste“, weiß Herrmann, im Kurs könnten die Hebammen den werdenden Eltern diese oft nehmen. Allein der Austausch zwischen den Teilnehmern sei für viele ein Gewinn, so ihre Erfahrung, „und was Informationen angeht, kriegen die Eltern von uns ein Rundum-Sorglos-Paket.“

Aufgeklärt werde über Schwangerschaftsbeschwerden, die Entwicklung des Kindes und natürlich über das Geschehen im Kreißsaal: „Unmittelbar nach der Geburt legen wir Wert auf Bonding“, erklärt Herrmann, denn der Hautkontakt direkt nach der Geburt sei wichtig für die Bindung zwischen Eltern und Kind. Nach einigen Minuten steht dann die U1 an: Das Baby wird auf Auffälligkeiten untersucht, auch Atmung und Herzschlag werden kontrolliert. „Der Vater kann unmittelbar mit dabei sein“, so Herrmann. Bleibt die Frau einige Tage im Krankenhaus, wird dort auch die U2 durchgeführt, zu der im Klinikum Niederberg neben einem Stoffwechseltest ein Hörscreening gehört. Während der sich anschließenden Zeit zuhause, stehen neben der U3 beim Kinderarzt zahlreiche Formalien auf dem Programm: Bei unverheirateten Paaren ist die Anerkennung der Vaterschaft möglich, zudem muss die Geburt beim Standesamt angemeldet werden. Und auch zum Thema Wochenbett wird in den Kursen des Klinikums informiert. „Es geht bei uns schließlich nicht um graue Theorie“, so Herrmann, „sondern wir bieten praktische Tipps für diese besondere Zeit.“