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17.10.2008 | 18:43 Uhr

Die Wanderwege in Niederberg werden auch von Mountainbikefahrern und Reitern genutzt.Wanderer klagen über rücksichtsloses Verhalten und zerstörte Pfade

Selbst mit kernigem Schuhwerk kommt die Wanderfreundin in diesem Schlammfeld zu schlecht voran. Wem gehören die Wanderwege? Foto: WAZ, Archiv

MITREDEN - WAZ LESEN Die Deutschen sind gerne unterwegs an der frischen Luft. Spazieren gehen etwa am Sonntagnachmittag über kürzere Strecken, Wandern auch mal mehrere Tage. Vereine wie der Sauerländische Gebirgsverein, gegründet 1891 in Arnsberg, dessen Aktivitäten sich auf Nordrhein-Westfalen begrenzen, hat aktuell rund 50 000 Mitglieder. Der Verein betreut zahlreiche Wanderwege und nur er ist - neben den Naturparken - vom Land NRW legitimiert, Wanderwege zu markieren. Dies sind rund 34 000 Kilometer, wovon rund 4300 Kilometer als SGV-Hauptwanderwege ausgewiesen sind.

Doch die Wanderer sind nicht die einzigen Freiluftfreunde. Auch Freizeitreiter, die in Velbert über keine eigenen Reitwege verfügen, nutzen häufig die von Fußgängern genutzten Pfade. Heidi Löwen, Vorsitzende der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (Kreisverband Mettmann-Velbert), versuchte gegenüber den Wanderern Verständnis zu wecken für die weithin schwierige Position der Reiter im Freiland (siehe Bericht unten). Das wurde beim Termin beim WAZ-Mobil am vergangenen Dienstag an der Friedrichstraße deutlich. Hier konnten sich in Vereinen organisierte und individuelle Wanderfreunde zum Thema Wanderwege in Niederberg äußern und Erfahrungen im Kontakt mit Reitern vortragen. Besonders engagiert äußerte sich Roswitha Lappe, die als Beispiel den Wanderweg vom Nizzabad in Richtung Sender erwähnte. Besonders nach intensiven Regenfällen richteten Ross und Reiter verheerenden Schaden an: "Der Pfad durch den Wald ist völlig kaputt", schimpfte sie. Vasilije Rabrenovic berichtete vom Jogger-Schicksal rund um den Abtskücher Teich und von dort aus in die nähere Umgebung in Heiligenhaus. Auch er wusste von Wegen mit Löchern zu berichten, die zum Risiko für die Beinknöchel geworden seien.

Aber im Laufe der Gesprächsrunde in der Fußgängerzone wurde auch deutlich, dass den Wanderern rein quantitativ eine andere Begegnung in Wald und Flur weit mehr Verdruss bereitet. "Man geniesst die Landschaft, entspannt, horcht in die Natur hinein - und plötzlich zischt haarscharf ein Mountainbikefahrer vorbei", erzählten Barbara und Wolfgang Drosdziok. Sören Hartmann unterstrich diese Schilderung und wies auf eine Narbe am Unterschenkel - ebenfalls eine Begegnung mit einem Biker. "Sicherlich kann soetwas passieren. Ich beobachte aber auch, dass viele dieser Spezialradfahrer durch Helm und Schutzbrille nicht identifizierbar sind", sagte Hartmann.

Die Gesprächsteilnehmer sowohl der Wanderer- wie auch der Reiterfraktion stimmten jedoch darin überein, dass das Problem letztlich nur einvernehmlich zu lösen sei.

Von Matthias Spruck

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