Von Hilversum bis Beromünster

Wer noch ein Radiogerät von den Großeltern besitzt, der hat auch ein Gerät mit Vorführeffekt. Das fängt bereits beim Anknipsen an. Druck auf die entsprechende Taste, das Licht beleuchtet die Riesenskala, das Gerät - schweigt. Es hat nämlich Röhren. Und die mussten erstmal heiß werden. Transistoren, die die Geräte immer kleiner werden ließen, gab’s damals noch nicht. Den größten Teil der Skala nimmt bei alten Geräten die Mittelwelle ein. Hilversum, London und auch Beromünster las man u. a. Beromünster hat nichts mit Münster, der Stadt des westfälischen Friedens, zu tun, sondern ist eine Stadt im Shweizer Kanton Luzern. WDR und NDR waren noch zusammengefasst als NWDR. Die anderen Frequenzen nahmen an Raum gerade mal einen Linealstrich ein. KW für Kurzewelle, die Welle der Amateurfunker heute noch.

Damals hörte man – mehr schlecht als recht – Radio Luxemburg über Kurzwelle. Im 49-m-Band. Damals wie heute gibt es wenige Sender, die die Lange Welle nutzen. Und UKW, Ultrakurzwelle oder „FM“ (Frequenzmodulation) kam erst in den 1950-er Jahren auf.

Bei den heutigen Radiogeräte fällt auf: Die werden immer kleiner. Man entdeckt auf den meisten nur noch „FM“, also UKW. Den Sender Langenberg hat einst die Mittelwelle bekannt gemacht. Kurze Welle und auch Lange Welle hat er nie gehabt. Und heute hat er – vom Fernsehen mal abgesehen – nur noch die Ultrakurzwelle.