Vom Optimismus in Zeiten der Krise
11.08.2009 | 18:04 Uhr 2009-08-11T18:04:00+0200
Velbert. Seit dem Jahr 2005 ist Christa Thoben als Wirtschaftsministerin in NRW aktiv. Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes kam die beliebte Politikerin zu einer Plauderstunde ins Best-Western-Parkhotel. 70 interessierte Zuschauer waren dabei.
Die Wahlwerbetrommel – sie wird derzeit kräftig gerührt, kommunal wie national. Eine prominente Politikerin fand jetzt den Weg nach Velbert. Der CDU Stadtverband hatte ins Best-Western-Parkhotel geladen, wo sich NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben den Fragen von Unternehmern und Bürgern stellte. Insgesamt wollten rund 70 Interessierte die Politikerin aus nächster Nähe erleben.
Christa Thoben startete mit einer kleinen Geschichte, in der ein Vater einen pessimistischen und einen optimistischen Sohn hat. Der optimistische Sohn habe immer schöne Sachen in seinem Zimmer, der andere weniger. Eines Nachts tauscht der Vater die Zimmer aus, um zu sehen, wie seine Jungs reagieren. Dem Pessimisten baut er all die schönen Sachen auf. Dem Optimisten legt er lediglich ein paar Pferdeäpfel hinein. Die Reaktion: Der Pessimist ist verzweifelt, weil die schönen Dinge jetzt viel Arbeit von ihm fordern. Der Optimist strahlt, weil er in der Nähe ein Pony vermutet ...
Geldanlagen mit über 15 Prozent
Für Christa Thoben ist das ein zwar „übertriebenes aber passendes Bild” für die aktuelle Krise und den Umgang mit ihr. Doch was ist die Ursache für diese? „Wir fanden es schön, dass es Geldanlagen gab, die 15 Prozent im Jahr abwarfen”, stellte sie fest. Die Ministerin ist davon überzeugt, dass es immer wieder schweren Zeiten geben werde, doch jetzt müsse man daraus lernen.
Viel wollten die Zuhörer von Christa Thoben wissen. So meinte etwa ein bekennender Wechselwähler: „Bisher habe ich immer CDU oder FDP gewählt. Jetzt bin ich verunsichert. Helfen Sie mir!" forderte er die Ministerin auf.
Wenig Macht
Im Zuge der Diskussion um die WestLB ging es dem Herrn vor allem um die Deckelung von Vorstandsgehältern. Thoben: „Der größte Teil der WestLB gehört den Sparkassen.” Das Land habe nur einen kleinen Anteil und dementsprechend weniger Macht.
Ein andere Gast stellte die Frage nach dem Einfluss von Globalisierung. Thoben: „Es gibt keine Alternative zur Globalisierung.” Es sei eine Frage der Geschwindigkeit. „Wir müssen das Anpassungstempo im Blick behalten.”
Nein zur Gesamtschule
Was Christa Thoben nicht preis gab, waren Zahlen bezüglich neuer Arbeitsplätze. „Das würde ich mich nie trauen. Dafür kenne ich die Zusammenhänge viel zu gut”, sagte sie. Dafür gab sie ihr klares „Nein” zur Gesamtschule. „Manche denken, Schwache wie Starke optimal zu fördern, ginge am besten auf einer Gesamtschule. Dies ist falsch.”
Bürgermeister Stefan Freitag hatte weniger eine Frage als einen Wunsch, bei dem es um das Thema „europaweite Vergaberechte” ging. Christa Thoben wolle prüfen lassen, ob es für Schulbücher eine Ausnahmegenehmigung geben kann. Freitag: „Trotz Buchpreisbindung müssen wir die Bücher ausschreiben.”
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