Vieles liegt noch im roten Bereich

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Was wir bereits wissen
Sie plätschern idyllisch vor sich hin. Doch hinsichtlich ihrer ökologischen Bewertung liegt bei Langenbergs drei großen Bächen noch einige im Argen.

Langenberg..  Über die Gewässer Langenbergs berichtete in einer Veranstaltung der AG 60 plus in der Gaststätte „Vier Jahreszeiten“ Dipl.- Ing. Kristin Wedmann vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW). Interessierter Zuhörer unter anderem der langjährige Mitarbeiter des Arbeitskreises „Alt Langenberg“ Otto Bürger, nicht nur ein exzellenter Kenner der Langenberger Landschaft, sondern mit 92 Jahren auch der älteste Teilnehmer.

Langenberg ist geprägt durch die Täler von Hardenberger Bach, Deilbach und Felderbach. Diese drei gehören auch zu den berichtspflichtigen Bächen, deren Zustand im Rahmen der europäischen Wasserahmenrichtlinie nach Brüssel gemeldet werden muss. Bis 2027 sollen nach der EU-Vorgabe alle berichtspflichtigen Gewässer einen guten Zustand erreicht haben. Kristin Wedmann: „Trotz aller Anstrengungen ist dieses Ziel aber nur schwerlich zu erreichen.“

BRW und Ruhrverband sind zuständig

Im Velberter Stadtgebiet teilen sich BRW und Ruhrverband die Aufgaben, der BRW ist für die Unterhaltung der fließenden Gewässer und den Ausgleich der Wasserführung zuständig, der Ruhrverband reinigt das anfallende Abwasser.

Von den 1700 Einzelmaßnahmen im BRW-Verbandsgebiet fallen eine ganze Reihe auf die Langenberger und Nevigeser Talgebiete. So wurden und werden noch sogenannte Sohlabstürze beseitigt, Stellen, wo durch Mauern, Rampen oder ähnliches Kleinstlebewesen und Fische derzeit noch daran gehindert werden, den Bachlauf weiter aufwärts Richtung Quelle zu wandern.

Urteil lautet meistens „schlecht“

Auch durch Steine befestigte Uferböschungen sollen und wurden zu einem naturnahen Bachbett gestalte. Anhand einer Kriterienliste, die unter anderem den Bestand der Gewässer mit Kleinstlebewesen, mit Wasserpflanzen, aber auch mit Fischen beinhaltet, liegen Deilbach, Hardenberger Bach und Felderbach oft noch im roten Bereich, was auf einen schlechten Zustand hinweist. Während so bei der ökologischen Bewertung, selbst beim Felderbach, meist noch ein „schlecht“ herauskommt, sieht es hinsichtlich der Fische bei Deilbach und Hardenberger Bach gut aus. Problembereiche wie nahe am Bachbett stehende Gebäude, steile Uferböschungen und enge, steinerne Bachsohlen sind trotz schon erfolgter Renaturierungsmaßnahmen, an vielen Stellen noch vorhanden und können zum Teil auch nicht beseitigt werden.

Ökologie des Bachs stärken

Dort, wo der BRW dem Bach wieder ein naturnahes Bett zurück gegeben hat, sieht es erst einmal ziemlich unaufgeräumt aus, was Bärbel Glaeske so kommentierte: „Sieht alles ziemlich chaotisch aus.“ Kristin Wedmann konnte mit Vorher- Nachher-Bildern aber nachweisen, dass schon nach kurzer Zeit die Natur die umgearbeiteten Bereiche zurück erobert und sich eine schöne Auenlandschaft zeigt. „Im übrigen“, so die Expertin, „ist das von uns eingebaute Totholz als Lebensraum für Kleinstlebewesen unbedingt erforderlich und stärkt die Ökologie des Baches“.