Viel lernen die Kids beim Trommelworkshop in Neviges

Trommel-Wokshop für Zehn- bis 14-Jährige im Rahmen des Kulturrucksacks im Jugendzentrum Lessingstrasse in Velbert Neviges am Dienstag den 18.10.2016. Foto: Uwe Möller / Funke Foto Services
Trommel-Wokshop für Zehn- bis 14-Jährige im Rahmen des Kulturrucksacks im Jugendzentrum Lessingstrasse in Velbert Neviges am Dienstag den 18.10.2016. Foto: Uwe Möller / Funke Foto Services
Foto: Uwe Möller
Was wir bereits wissen
  • Eine Woche lang erleben die Kids die Kultur Afrikas gemeinsam mit Fabakary Jobateh
  • Der Workshopleiter erzählt den Jugendlichen aus seiner Heimat
  • Am Freitag gibt es eine gemeinsame Aufführung zum Abschluss

Neviges..  „Ich hab euch erwischt!“, ruft Fabakary Jobateh, der den Kids beim Trommelworkshop im Zentrum vom Kulturrucksack nicht nur die Rhythmen, sondern auch seine Kultur näher bringt. „Leute, das muss alles gleich sein“, ergänzt er und möchte, dass alle den Takt halten.

Dann teilt er die Kids in Gruppen ein. „Lernt, Verantwortung für andere mitzutragen, wenn einer schief spielt, verliert das Team Punkte.“ Nun strengen sich alle noch mehr an und nicht nur Fabakary Jobateh ist begeistert.

Dann stellen sich alle im Kreis auf, Fabakary Jobateh beginnt afrikanisch zu singen. Seinem Ruf antwortet die Gruppe. „Wisst ihr eigentlich, was ihr da sagt?“, fragt der aus Afrika stammende Lehrer. „Klar, wir singen afrikanisch“, antwortet ein Jugendlicher , doch den Inhalt kennt niemand.„Es geht um Bildung. Bildet man einen Mann, bildet man einen Menschen. Bildet man eine Frau, hat man einer ganzen Nation eine Bildungschance gegeben.“ Fabakary Jobateh erklärt weiter: „schaut euch doch einmal um, ihr habt hier jede Chance auf Bildung. Ihr habt keine Ahnung, wie glücklich ihr hier alle sein könnt, mit einer guten Bildung könnt ihr alles erreichen.“

Etwas, dass gerade den jungen Frauen Afrikas oft verwehrt wird.

„Papa Jo erzählt euch solche Sachen natürlich nicht einfach so, wir möchten einen interkulturellen Austausch haben und am Freitag etwas gemeinsam auf die Bühne bringen.“ Und da soll es um Kultur und Chancen gehen. „Ich höre so oft, wir wollen das haben oder ich will, aber es fehlt die Dankbarkeit. Keine Mama ist nur scheiße.“

Dann singen alle das Lied noch einmal und ein glückliches Grinsen geht über Fabakary Jobatehs Gesicht: „Ihr bekommt von mir alle hundert Punkte.“

Kids erleben Musik und Kultur

Tarling (14) sitzt an der Dumdumbar, einer Basstrommel. „Sie hat einfach ein ganz besonderes Gefühl dafür“, freut sich Fabakary Jobateh. „Ich fordere sie da, wo ihre Stärken, aber auch Schwächen sind.“ Denn auch wenn das Mädchen ein toller Rhythmusgeber für die Gruppe ist, „ich will gar nicht im Mittelpunkt stehen“, das ist ihr unangenehm. Das Trommeln hingegen macht mächtig Spaß. Und nicht nur das: „Ich mag auch die afrikanische Kultur, sie ist einfach anders und ich finde es toll, dass wir hier in eine andere Welt eintauchen können.“ Emilia (9) freut sich, ihr Schlagzeug gegen eine Trommel zu tauschen. „Das ist etwas total anderes. Mit der Trommel kann man unterschiedliche Töne machen.“ So ist es kein Wunder, dass die Kids ihre Pause kurz halten, um möglichst schnell wieder in ihren Rhythmus zu kommen.