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Integration

Vertrauen in den Staat verbessern

08.02.2012 | 17:35 Uhr
Vertrauen in den Staat verbessern

Velbert.   18,3 Prozent Menschen mit ausländischen Wurzeln leben in Velbert. Ihre Talente sollen auch in Ämtern mehr genutzt werden

Gestern hat der Landtag ein neues Integrationsgesetz mit dem Ziel Bildung, Arbeit und ein spannungsfreies Zusammenleben in den Städten noch stärker als bisher zu fördern, verabschiedet. Damit sollen Talente von Migranten in Schule und Beruf noch besser als bisher genutzt werden.

Auch in Velbert macht der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund 18,3 Prozent (laut Integrationsbericht der Stadt von 2008) aller Einwohner aus. „Und das sind per Definition nur die, bei denen die erste Staatsbürgerschaft nicht deutsch ist bzw., die, bei denen die erste deutsch, die zweite aber nicht deutsch ist“, erläutert Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach. „Es leben aber bei uns aber noch viel mehr Menschen, die zwar die deutsche Staatsbürgerschaft haben, deren Wurzeln aber im Ausland angesiedelt sind.“

Aus diesem Grund ist es für ihn auch schwer zu sagen, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund in der Verwaltung der Stadt beschäftigt sind. Eine Wissenslücke, die bald geschlossen werden soll, zumal man davon ausgeht, dass der Migrationsanteil nicht dem tatsächlichen Anteil in der Gesellschaft entspricht: „Der Verwaltungsrat hat darum gerade beschlossen, eine anonyme Umfrage innerhalb der Verwaltungsmitarbeiter durchzuführen, um den tatsächlichen Anteil zu ermitteln.“

Hemmschwellen abbauen

Auch in anderen Arbeitsbereichen wird sich verstärkt um Menschen mit Migrationshintergrund bemüht. So erklärt Hauptkommissar Marten Harms: „Ich bin nicht erst seit dem neuem Gesetzentwurf, sondern als Personalwerber schon seit vielen Jahren daran interessiert, mehr Menschen mit Migrationshintergrund für den Polizeidienst zu werben.“ So habe man im täglichen Einsatzgeschehen mit vielen Kulturen zu tun. „Wenn Sie da z.B. zu einem türkischen Zuckerfest wegen Ruhestörung gerufen werden, kann da ein Kollege mit türkischstämmigen Wurzeln ganz anders deeskalierend eingreifen“, ist er überzeugt. Dennoch trauen sich viele erst gar nicht den Beruf des Polizisten zu wählen. Um Hemmschwellen abzubauen, veranstaltet Harms Informationsveranstaltungen in Moscheen und ausländischen Kulturzentren. „Viele wissen gar nicht, dass für den Polizeidienst die deutsche Staatsbürgerschaft nicht Voraussetzung ist“ (Weitere Infos unter 02104/982-2222).

Zwingende zu den Voraussetzungen für eine Polizeilaufbahn gehört dagegen der Erwerb des Abiturs. Darum freut sich der stellvertretende Schulleiter der Gesamtschule Velbert, Jürgen Henning: „Wir leisten mit einer besonderen Förderung wie etwa Zusatzkursen für Migranten, dass wir durch sie Bildungsreserven schaffen“, ist er überzeugt. „So haben 50 Prozent unserer Abiturienten, darunter ein großer Migrantenanteil, nie eine Gymnasialempfehlung gehabt.“

Mit fünf Stadtratsmitgliedern mit ausländischen Wurzeln weist der Rat der Stadt nach Ansicht von Cem Demircan gegenüber anderen Städten einen relativ hohen Migrationsanteil auf. „Dennoch ist dieser Anteil gemessen an der Gesamtbevölkerung relativ gering.“ In den Parteien kann er zumindest eine langsame Veränderung beobachten: „Wir sind eine bunte Republik, auch wenn sich einige noch daran gewöhnen müssen.“

Birgit Hölker-Schüttler

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Kommentare
10.02.2012
07:43
Vertrauen in den Staat verbessern
von Buerokrat | #1

Seit wann ist eine Umfrage mit Namensnennung anonym, Herr Blißenbach?

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