Vertrag besiegelt Zusammenarbeit zwischen Schule und Seniorenresidenz

Ich zeige dir was, hilfst du mir dafür? Alt und Jung können gut voneinánder profitieren.
Ich zeige dir was, hilfst du mir dafür? Alt und Jung können gut voneinánder profitieren.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Ein Vertrag hat es jetzt ganz offiziell besiegelt: Die Zusammenarbeit zwischen der Alloheim Senioren-Residenz „Haus Bergisch Land“ und der städtischen Förderschule „In den Birken“ klappt hervorragend.

Am Anfang war das Weihnachtssingen. Über die Jahre ist das Miteinander jedoch intensiver und vielfältiger geworden. Nunmehr arbeiten die Alloheim Senioren-Residenz „Haus Bergisch Land“ und die städt. Förderschule „In den Birken“ schon 15 Jahre zusammen.

Diese Kooperation haben Schulleiter Bernd Jordan, André Dravenau, Leiter „Haus Bergisch Land“, und Landrat Thomas Hendele jetzt ganz offiziell auch als Vertrag innerhalb des Kooperationsnetzes Schule – Wirtschaft besiegelt.

„Unser Steckenpferd ist die Berufsorientierung“, so Jordan im Gespräch mit der WAZ. Die Schüler sollten sich besser in die Situation älterer Menschen hineinversetzen können und einen Einblick in den Alltag einer Pflegekraft bekommen. Die Kooperation, erklärt Jordan, sei an die 10. Stufe gebunden. Die Jungen und Mädchen könnten frei unter verschiedenen Arbeitsgemeinschaft-Angeboten auswählen. Etwa Computer oder Hauswirtschaft – oder eben das Miteinander mit dem Alloheim. Hierbei gehe es um soziale Dienste, um Beziehungsarbeit, um Zuwendung. Das sähe konkret so aus, dass die Kinder den Senioren zum Beispiel etwas vorlesen und mit ihnen spielen. Oder aber Jung und Alt treffen sich zum Backen in der Schule.

„Die Heranführung von Schülern an die Arbeit in einem Seniorenheim ist von großer Bedeutung, denn wenn man etwas in der Pflege braucht, dann sind es Menschen“, sagt Hendele. „Durch die Zusammenarbeit soll nicht nur die gesellschaftliche Verantwortung gestärkt, sondern auch an das Ehrenamt im sozialen Bereich herangeführt werden“, erklärt Ursula Broekmann, Leiterin Sozialer Dienst im „Haus Bergisch Land“.

Die beiden ehemaligen Schülerinnen Mandalena Mergja und Maria Grazia Chimento entschieden sich aufgrund ihrer Erfahrungen und Erlebnisse für eine Ausbildung als Sozialassistent im Bereich Heilerziehung. Im Umgang mit den Bewohnern der Residenz hätten sie das wichtigste für ihren Beruf bereits gelernt: „Zuhören und sich Zeit nehmen.“

Die Förderschule selbst steht vor einschneidenden Veränderungen. Der Kreistag hat am Montag die neue, kreisweite Förderschulstruktur beschlossen, die ab dem Schuljahr 2016/2017 umgesetzt werden soll (WAZ berichtete). „In den Birken“ gehört damit künftig zu dem „Förderzentrum Nord“, so lautet bislang dessen Arbeitstitel. Außerdem geht die Schule vermutlich zum 1. August nächsten Jahres in die Trägerschaft des Kreises über.