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Vergebung heißt das Schlüsselwort

14.10.2012 | 07:00 Uhr
Vergebung heißt das Schlüsselwort
Stolz auf das Haus des Verstehens: (von vorne) Cornelia Schultz, Esther Theumert und Michaela Langenbruch.Foto: Uwe Möller

Velbert.   Im „Haus des Verstehens“ des Vereins „Oase Initiative e.V.“ wird unter anderem misshandelten Frauen geholfen, mit ihren Erlebnissen umzugehen.

Gerührt und sichtlich stolz blicken Esther Theumert und Michaela Langenbruch auf das „Haus des Verstehens“. Das Haus, das vielen Frauen helfen soll. Eineinhalb Jahre und viele Schweißperlen später ist der Traum der beiden Gründerinnen auch dank vieler freiwillige Helfer Realität geworden.

Das Prinzip der Unterkunft ist einfach: Sechs Frauen sollen die Möglichkeit haben, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Frauen, die sexuell oder körperlich misshandelt worden sind, an Essstörungen leiden, Alkohol- oder Drogenprobleme haben oder eine Möglichkeit suchen, mit dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen.

Lernen zu vergeben

Der Beweggrund der Einrichtung ist jedoch schockierend. „Ich bin als Kind sexuell misshandelt worden und hatte lange Zeit Selbstmordgedanken“, schildert Esther Theumert und ringt um Fassung. „Dieses Haus ist ein ganz großes Anliegen für mich. Es gibt so viele Frauen, denen es so ergangen ist wie mir“, erzählt die Vorsitzende des Vereins „Oase Initiative e.V.“. Sie selbst habe die Nähe zu Gott gesucht und so nach langer Zeit den Frieden gefunden. „Durch die Bibel habe ich gelernt zu vergeben. Eines Tages bin ich zu meinem Vater gefahren und habe genau das getan. Ich habe mich noch nie so frei gefühlt“, erzählt Theumert und ergänzt: „Mir war sofort klar, dass ich anderen Frauen zeigen muss, dass das Leben trotz schlimmer Ereignisse lebenswert sein kann.“

Die Bibel hat der Gründerin die nötige Kraft gegeben, die Therapeuten ihr nie hätten geben können. Gott habe sie geheilt. Genau das wird im „Haus des Verstehens“ vermittelt. Beim wöchentlichen Frauenfrühstück tauschen sich im Schnitt 25 Frauen über das Erlebte aus, insgesamt seien es rund 40. „Dieses Beisammensein gibt mir so viel, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann“, so eine 66-Jährige Teilnehmerin, die durch den Verein „Oase Initiative e.V.“ gelernt hat mit ihrem Problem umzugehen.

Das Frühstück findet jeden Mittwoch in der Zeit von 10 bis 13 Uhr statt. „Jede Frau kann vorbeikommen. Die Tür steht immer offen“, so Theumert. Sechs Frauen sollen sogar die Möglichkeit haben, für eine selbst festgelegte Zeit eine Wohnung beziehen zu können. „Eine ist bereits fertig gestellt, die anderen sollen bis Ende diesen Jahres bezugsfertig sein“, wagt die Vorsitzende einen Blick in die Zukunft.

Die zukünftigen Bewohnerinnen erwartet eine eigene Kochstelle, Bad und Schlafzimmer. Des Weiteren für alle zugänglich: ein Kaminzimmer, Garten, Wohnzimmer sowie eine zusätzliche Küche. Denn: Gemeinsame Aktivitäten wie kochen, malen oder Sport sollen nicht fehlen.

Susanne Kollmann



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