Velberter WAZ-Mitarbeiter erinnern sich an die Abi-Zeit

Lang, lang ist’s her, selbst beim Jüngsten im Team: Mindestens 15 Jahre liegen die Abiturprüfungen der WAZ-Mitarbeiter aus Velbert schon zurück.
Lang, lang ist’s her, selbst beim Jüngsten im Team: Mindestens 15 Jahre liegen die Abiturprüfungen der WAZ-Mitarbeiter aus Velbert schon zurück.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Während die Abiturienten in Velbert noch ihre letzten Klausuren und Prüfungen absolvieren, denken die WAZ-Mitarbeiter der Velberter Redaktion an die eigene Schulzeit zurück.

Velbert..  Noch ist sie nicht ganz vorbei, die Klausurphase für die Abiturienten des Abschlussjahrgangs 2015 an den Velberter Schulen. Noch wird gelernt, geübt und geschwitzt. Wie jedes Jahr. Seit Jahrzehnten. Ist der Stress vorbei, folgen die Abi-Streiche, die Abi-Partys, die Abi-Bälle. Die haben sich mit der Zeit verändert, gerade die rauschenden Abschlussfeste kosten heutzutage zigtausend Euro – Geld, das die Schüler zuvor auf so genannten Vorfinanzierungspartys und über Sponsoren reinholen.

Gesprächsthema in der Redaktion

Auch die Redakteure und Mitarbeiter der WAZ Velbert erinnern sich jedes Jahr an ihre eigene Schulzeit zurück, wenn die Berichte über die aktuell laufenden Abiturprüfungen und -feiern geschrieben werden, der Kontakt zu den Schulen gesucht wird, Abschluss-Jahrgänge fürs Foto abgelichtet werden.

An diesen Erinnerungen möchten wir Sie, liebe Leser, heute teilhaben lassen. Auf dieser Seite haben vier Redakteure und Mitarbeiter ihre Erinnerungen an ihren Schulabschluss zusammengefasst, garniert mit einem Foto aus der Schulzeit.

Mit dabei sind der Redaktionsleiter Matthias Spruck, die Neviges-Redakteurin Kathrin Melliwa, Velbert-Redakteur Sascha Döring und Mitarbeiterin Birgit Hölker-Schüttler.

Gefeiert wurde mit Bier, Bier und Bier – Matthias Spruck

Erzählen Sie es nicht meinen Söhnen, aber während der Bio-Prüfung am Gymnasium Langenberg 1984 sehnte ich mir allen Ernstes die anschließende Bundeswehrzeit herbei – so schlimm war das! Mein Geschichtslehrer aus Überruhr erlöste mich schließlich und ließ mich durch die Blume wissen, dass ich das Abi in der Tasche haben würde. Dank an ihn! Abibälle, das versteht heute niemand mehr, waren in den Achtzigern überhaupt kein Thema – das fiel wie feine Garderobe generell unter das Muff-Verdikt. Gefeiert wurde vielmehr mit Bier, Bier und Bier: Ohne Eltern, Lehrer und andere, die uns bis dahin unter dem Etikett der Fremdbestimmung daher gekommen waren.

Rosa Blüten und Kartoffelsalat – Kathrin Melliwa

Rosarote Blüten – das ist das erste, was mir spontan zu meinem Abi 1983 einfällt. In der Biologie-Klausur ging es unter anderem um die Mendelschen Gesetze. Wer setzte sich in der Erbfolge durch, die weißen oder roten Blüten, und wann nochmal wurde es rosa? „Bizar“ war es bei Französisch. Das schöne Wort kam in dem „kruden“ Gedicht von Jacques Prévert ziemlich oft vor. Auf den Gängen herrschte damals gespenstische Stille, dafür haben wir nachher in den schäbig-schummrigen Räumen eines völlig heruntergekommenen Gemeindehauses umso lauter gefeiert. Ohne Eltern und Lehrer, das galt damals als spießig und doof, dafür mit Kartoffelsalat und reichlich Bier.

Als die „Elite“das GSG verließ – Sascha Döring

Was vom Abi hängen geblieben ist? Ein netter Mathe-Lehrer, der mir die mündliche Abweichprüfung ersparte, ein Abi-Streich, der in der Form heute nicht mehr möglich wäre und lange Abende in der legendären DAB-Stube. Als Spezialeinheit haben wir damals die Schule gestürmt, in schwarz, mit Sturmmasken. Motto: „GSG 9-und-neunzig – die Elite geht“. GSG, weil wir am Geschwister-Scholl-Gymnasium Abi machten. Und das 1999. Mit 90 Abiturienten. Spaß gemacht hats allen. Danach gab’s ein tolles Konzert von einer richtig guten Abi-Band und abends die obligatorische Feier – noch im Fahrradkeller, direkt unter den Chemieräumen und auf dem Schulhof.

Unfall mit der vollen Sektflasche – Birgit Hölker-Schüttler

Die drei Jahre bis zum Abi gehören zu meinen schönsten Schulerinnerungen. Die Klassenfahrt nach Südfrankreich, unsere Theateraufführung und schließlich die Abiturprüfungen – wofür uns die Lehrer unter die Arme griffen, wo es nur ging – haben meine Stufe sehr zusammengeschweißt. Am prägendsten bleibt mir allerdings der Morgen nach der Abifeier in Erinnerung – als mir ein Mitschüler eine volle Sektflasche auf den sich sofort blau verfärbenden Zeh fallen ließ. Wenig später saß ich im Haremskostüm (das Motto lautete Tausend und eine Nacht), leicht angesäuselt von der Schulnacht neben meinem Vater bei unserem Hausarzt im Wartezimmer.